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Übersicht / Glaube & Philosophie

Das Für und Wider des (A)Theismus

  • 6170 Beiträge
Autor Beitrag

Uljanowa 27

Uljanowa

Guru
9.320 Beiträge

15.01.16, 22:55 Uhr (geändert 08.04.17, 15:30 Uhr)

Einleitung verfaßt von @Notcho-Ke, (teil)modifiziert von der Moderation:

Zuerst ein paar Beispielfragen, und ein paar Anreize um einen Überblick zu haben, um welche Themen Ihr hier diskutieren könntet:

Besteht die Möglichkeit der Existenz Gottes, und in wieweit ist sein Wort zu fassen?

Ist dafür ein religiöses Konstrukt von Nöten und lässt sich die Debatte von richtiger" und falscher Religion losgelöst beantwoten?

Was ist Gott und was ist Religion; sind sie in der heutigen Zeit der wissenschaftlichen Erkenntnis noch relevant, oder gerade deswegen auch unentbehrlich?

Von jeher hatte der Mensch das Bedürfnis an etwas „höheres“ als sich selbst zu glauben. Dies geschah oft auch mit dem Wunsch an ein „besseres Leben“, als jenes das man gerade hatte. Wo wir auch zum Wunsch „Leben nach dem Tod“ gelangen. Ist etwas „dran“ am Nachleben? Letztendlich könnte das ganze auch wieder eine „Glaubensfrage“, oder eine Sache der persönlichen Einstellung sein?

Viele Mythen ranken sich um die Götter verschiedener Epochen, doch was ist wahr, was ist erfunden, und was zählt überhaupt?
Kann man von Menschen, in der Annahme im Auftrag eines höheren Wesens, niedergeschriebene Worte in z.B. Visionen empfangen zu haben, als DAS was zählt nehmen? Oder sollte man dies vielleicht sogar ohne wenn und aber?

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Letzendlich legt IHR die Grundlage für die zu diskutierenden Themen.

Ich kann lediglich einen kleinen Anreiz dafür geben, was man in Betracht ziehen könnte.

Stellt Eure Fragen, und gebt Eure Antworten!

 

Velgar 46

Velgar

Legende
22.962 Beiträge

12.06.18, 03:27 Uhr
Beitrag von Ignition 45 :

Wichtiger finde ich die Frage, wann, wo und warum ich etwas nicht sage.

Ich meine, die ganzen Atheismus/Theismuskisten würde man ja nun nicht in einer Kirche ablassen.

https://www.youtube.com/watch?v=WqblnTxMxj0

 

"Warum lässt niemand in einer Kirche etwas Atheistisches ab?"

Die Frage ist gut.

Sie sollte aber glaube ich etwas anders lauten:

"Ist in der Kirche alles erlaubt?"

Also, darf von der Kanzel alles gepredigt werden, was die jeweilige Religion entsprechend erlaubt?

Hier muß die Antwort natürlich "nein" lauten. Die Grenzen die ansonsten auch gelten, gelten auch da.

Man kann natürlich noch diskutieren und überlegen, ob "Kirche" (also die "Predigt") privat oder öffentlich ist, da das ja durchaus Unterschiede macht. Ich weiß jetzt auch nicht, wie das in der Rechtsprechung aussieht.

Aber eine - als Beispiel - "Volksverhetzung" ist auch in einer Predigt entsprechend strafbar.

Das dürfte jetzt in deutschen Kirchen eher eine Rarität sein. Nicht zuletzt, weil ja die entsprechenden Prediger durchaus eher altruistischen Idealen folgen.

Aber wir sehen uns dem Problem in der Gesellschaft durchaus gegenüber. Weniger von Seiten des Christentums, das in Deutschland durchaus als"domestiziert" betrachtet werden darf. (Und ich meine "domestiziert" durchaus so wie es dasteht.)

 

Auch eine Predigt muß sich - wie jede andere öffentliche Rede - an die Gesetze halten. Sollten dabei gesetzeswidrige Inhalte "gepredigt" werden, so hat der Staat als Exekutive und als Ausdruck der Gesellschaft das zu beobachten und gegebenenfalls zu verfolgen.

 

Man könnte das durchaus als "etwas Atheistisches in der Kirche ablassen" bezeichnen.

Unsere Gesetze stehen fraglos über "religiösen Geboten", gleich welcher Religion. Das mag von Seiten der Legislative anders aussehen und an der Schnittstelle zwischen Legislative und Judikative - Den Verfassungsgerichten - auch anderes geregelt werden, indem die Gesetze geändert werden.

Aber die Gesetze stehen erstmal da und danach muß behandelt werden, ob ausserhalb der Kirche oder innerhalb.

Um die alte Leier zu bringen: Kein rechtsfreier Raum.

 

Velgar

"Den Irren erkennt man an der Freiheit, die er sich gegenüber der Beweispflicht nimmt, an der Bereitschaft, überall Erleuchtung zu finden"
Umberto Eco: "Das Foucaultsche Pendel"

Velgar 46

Velgar

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22.962 Beiträge

03.06.18, 16:19 Uhr
Beitrag von Ignition 45 :

Wichtiger finde ich die Frage, wann, wo und warum ich etwas nicht sage.

Ich meine, die ganzen Atheismus/Theismuskisten würde man ja nun nicht in einer Kirche ablassen.

https://www.youtube.com/watch?v=WqblnTxMxj0

 

"Warum lässt niemand in einer Kirche etwas Atheistisches ab?"

Wenn wir schon sagen, daß Religion Privatsache ist, dann können Gläubige in Kirchen auch machen was sie wollen, ohne daß ich sie störe.

Nur bezahlen sollten sie es selbst.

 

"Wegen einer Art, sagen wir mal "Anstand", auch wenn der nicht immer passt?"

In einer öffentlichen Diskussion/Forum?

Sicher nicht.

Da sollten die "Gefühle" keine Rolle spielen.

 

"Du meinst so in der Richtung "Er / Sie hat etwas 'dummes", 'eine Dummheit' getan", was ja wirklich nichts über eine schlechte geistige Verfassung aussagt? Das würde ich direkt unterschreiben."

Ja, genau.

Nur nehmen so manche gerade religiöse Gläubige einen "Angriff" auf ihren Glauben persönlich.

 

"Du weißt ja schon ausgiebig wie das ist mit "Gläubige überzeugen wollen"?"

Jap. Funktioniert in der direkten Diskussion gar nicht. Ganz selten mal im Nachgang.

 

"Ok, kommt da wahrscheinlich auch auf den Zusammenhang an."

Nicht bei Jainisten.

Je extremer und fundamentalistischer, desto harmloser.

Das was ich auch immer sage und von Harris "geklaut" habe: Fundamentalismus ist nur dann ein Problem, wenn das Fundament ein Problem ist.

Wenn das Fundament ist "tu nichts und niemand weh, bring ja nix und niemand um", dann bist du bei "Wasser filtern, damit ja nix drin ist, was ich versehentlich essen könnte" und "vor mir auf den Boden schauen, damit ich ja nix platt trete". Und das ist dann extremer Jainismus.

 

"Biomagnetismus klingt sehr interessant. Habe da in ERinnerung, dass man damit auch die Lernfähigkeit erhöhen kann, durch gezieltes "Aktivieren", bzw. "Deaktivieren" von Hirnarealen?"

Nein, Biomagnetismus ist ganz simpel:

Nerven leiten Strom, nicht ganz wie Kabel, aber doch Strom. Dadurch entstehen Magnetfelder und die kann ich messen.

Da gibts und gabs schon ein paar Versuche, das zu nutzen um eine Art Funktionsaufnahme des Hirns und des Herzens zu machen. Wie bei EKG, nur nimmst du nicht den Strom auf sondern das Magnetfeld, daß durch den Strom erzeugt wird.

Ist sauaufwändig, weil die Magnetspulen runtergekühlt werden müßen, der Raum muß hochisoliert von jedem Strom und jedem Feld sein.

Das ist nix exoterisches. Das ist Wissenschaft und wissenschaftlich fundiert. Kommt bis jetzt noch nicht so rasend viel raus, weil der Aufwand riesig ist und die Störanfälligkeit auch.

Mag ja sein, daß es da auch was esoterisches dazu gibt. Aber im Grundsatz ist das pupsige Physik.

 

Velgar

 

"Den Irren erkennt man an der Freiheit, die er sich gegenüber der Beweispflicht nimmt, an der Bereitschaft, überall Erleuchtung zu finden"
Umberto Eco: "Das Foucaultsche Pendel"

Ignition 45

Ignition

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446 Beiträge

02.06.18, 22:30 Uhr
Beitrag von Velgar 46 :

"Kommt wahrscheinlich auch auf die Situation an, WANN, und WO ich so etwas sage? (Oder auch schreibe)"

Wichtiger finde ich die Frage, wann, wo und warum ich etwas nicht sage.

Ich meine, die ganzen Atheismus/Theismuskisten würd…

Wichtiger finde ich die Frage, wann, wo und warum ich etwas nicht sage.

Ich meine, die ganzen Atheismus/Theismuskisten würde man ja nun nicht in einer Kirche ablassen.

https://www.youtube.com/watch?v=WqblnTxMxj0

 

Mal was anderes.

 

Warum lässt niemand in einer Kirche etwas Atheistisches ab?

Das gehört in eine Diskussion oder ein Forum, auch ein öffentliches Forum (was ja auch ein Zeitungsartikel sein kann).

Und genau dort sollte man sich fragen, wann man was nicht sagt und vor allem WARUM?

Wegen einer Art, sagen wir mal "Anstand", auch wenn der nicht immer passt?

Vielleicht auch gepaart mit "Schüchternheit". Sieht man ja gut an DE, da wird oft erst der Mund aufgemacht, wenn es wirklich "brennt".

"Ich will jetzt nicht Korinthen kacken, doch auch bei mir hat der Begriff nichts direkt "positives"."

Hat auch niemand gesagt. Der Glaube, daß die Erde eine Scheibe sei ist schwachsinnig und auch in keinsterweise positiv gemeint.

Man kann natürlich auch "Unfug", "Unsinn", "BS" usw. dazu sagen.

Es bezieht sich auf den Glauben. "Dieser Glaube ist dumm" ist etwas anderes als zu sagen "du bist dumm".

Du meinst so in der Richtung "Er / Sie hat etwas 'dummes", 'eine Dummheit' getan", was ja wirklich nichts über eine schlechte geistige Verfassung aussagt? Das würde ich direkt unterschreiben.

Da ich jemand bin, der schon Wert darauf legt, daß das was ich für richtig halte auch richtig ist - so gut es eben geht - fliegt "Religion" und "religiöser Glaube" direkt raus.

Im Englischen wird es deutlicher: Da ist "religiöser Glaube" - "faith" und das ist "Glaube ohne Belege"/"belief without evidence".

Ich "glaube" auch nicht, nicht nur aus "Überzeugung", sondern aus Wissensgründen. Natürlich bin ich kein Sprachrekorder, und kann nicht immer, und alles so und überhaupt wiedergeben, was ich bis jetzt gesammelt habe. (---> Gott, so ein Quatsch)

Ich muß zu "Religion" nichts beitragen. Ich halte Religion im Allgemeinen und religiösen Glauben im Besonderen für mindestens Unsinn und auch in nicht wenigen Fällen für schädlich. Und wir wären meiner Überzeugung nach heute besser dran, wenn man als Menschheit einen solchen religiösen Glauben langsam aber sicher mal da hin steckt, wo er hin gehört: Da wo "Zeus", "Odin" und die anderen Vorgänger der aktuellen Religionen eh schon sind.

Da bin ich deiner Ansicht. Bei Filmen lasse ich mir Zeus & Co. noch gefallen, kann durchaus spannend sein, je nach Qualität vom Film.

Beispiel "Avengers" & Co.. Sagen dir diese Filmfiguren zu?

Wobei ich bei Filmen auch davon ausgehe, dass "man" schaut, was einem fehlt, auch wenn es nur zur "Unterhaltung" dient.

Bei manchen Filmen denke ich "voraus", was aber Kontraproduktiv fürs weitergucken des Films werden kann. Bei manchen Filmen lasse ich mich auf die Story ein. Da ich eh nicht mehr so viel schaue wie früher, macht das dann auch noch mal ein wenig Spaß.

Und dazu gehört, daß ich unsinnigen Glauben auch als solchen bezeichne und mich gegebenenfalls darüber lustig mache.

Je einflußreicher ein religiöser Glaube umso deutlicher.

Du weißt ja schon ausgiebig wie das ist mit "Gläubige überzeugen wollen"?

"Jainismus" ist zwar auch geeignet um sich drüber lustig zu machen, aber da ergibt es wenig Sinn: Ein "fundamentalistischer Jain" tut niemand weh. Im Gegenteil.

Ok, kommt da wahrscheinlich auch auf den Zusammenhang an.

Ich mache mich durchaus auch über andere semi-religiösen Glauben lustig. Homöopathie zum Beispiel. Bioresonanz. (Nebenbei: Biomagnetismus ist was anderes...)

Biomagnetismus klingt sehr interessant. Habe da in ERinnerung, dass man damit auch die Lernfähigkeit erhöhen kann, durch gezieltes "Aktivieren", bzw. "Deaktivieren" von Hirnarealen?

""Ich bin nicht direkt religiös, und ich will damit auch nicht so viel zu tun haben""

Und da ist das Problem: du kommst nicht drum rum.

Siehe Bayern im Moment. Das mag zwar eher trivial erscheinen, aber es ist wichtig.

 Hmmm, für manche könnte es durchaus richtig "Nervig" sein, alleine dadurch, dass da ein Kreuz in den Räumen hängt. Ohne jetzt weiter auszuholen.

Kirchensteuer, die Unterstützung der Kirchen durch den Staat, Kirchentag ("du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen"), die "Caritaslüge" uvm. 

Es gibt noch ein wenig mehr "Humane Organisationen", die (richtig!) Dreck am Stecken haben. 

"Um was sollte es sich bei ihrem Beitrag als Antwort zu dem vorangegangen Post handeln?"
Gar nicht so schwer, um Substanziell reduzierte, essentiell Antipragmatische Kunst. ;)
"Wie bitte?"
Ich hab einfach etwas hingeschmissen. :D

Velgar 46

Velgar

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22.962 Beiträge

02.06.18, 20:10 Uhr
Beitrag von Ignition 45 :

"Wenn ich weiter stricke komme ich auch zu dem Ergebnis, das man zwar "Lächerlich" sagen kann, aber "sollte" man das auch?"

Drehen wir die Frage doch mal um.

Weil ein "sollte man" immer so ein "politisch korrekt"-Geschmäckle h…

"Kommt wahrscheinlich auch auf die Situation an, WANN, und WO ich so etwas sage? (Oder auch schreibe)"

Wichtiger finde ich die Frage, wann, wo und warum ich etwas nicht sage.

Ich meine, die ganzen Atheismus/Theismuskisten würde man ja nun nicht in einer Kirche ablassen.

Das gehört in eine Diskussion oder ein Forum, auch ein öffentliches Forum (was ja auch ein Zeitungsartikel sein kann).

Und genau dort sollte man sich fragen, wann man was nicht sagt und vor allem WARUM?

 

"Ich will jetzt nicht Korinthen kacken, doch auch bei mir hat der Begriff nichts direkt "positives"."

Hat auch niemand gesagt. Der Glaube, daß die Erde eine Scheibe sei ist schwachsinnig und auch in keinsterweise positiv gemeint.

Man kann natürlich auch "Unfug", "Unsinn", "BS" usw. dazu sagen.

Es bezieht sich auf den Glauben. "Dieser Glaube ist dumm" ist etwas anderes als zu sagen "du bist dumm".

 

""Religion sagt mir nicht zu, weil ich zu ihr nichts beitragen kann""

Wenn du das so sagen willst...

Da ich jemand bin, der schon Wert darauf legt, daß das was ich für richtig halte auch richtig ist - so gut es eben geht - fliegt "Religion" und "religiöser Glaube" direkt raus.

Im Englischen wird es deutlicher: Da ist "religiöser Glaube" - "faith" und das ist "Glaube ohne Belege"/"belief without evidence".

Ich muß zu "Religion" nichts beitragen. Ich halte Religion im Allgemeinen und religiösen Glauben im Besonderen für mindestens Unsinn und auch in nicht wenigen Fällen für schädlich. Und wir wären meiner Überzeugung nach heute besser dran, wenn man als Menschheit einen solchen religiösen Glauben langsam aber sicher mal da hin steckt, wo er hin gehört: Da wo "Zeus", "Odin" und die anderen Vorgänger der aktuellen Religionen eh schon sind.

Und dazu gehört, daß ich unsinnigen Glauben auch als solchen bezeichne und mich gegebenenfalls darüber lustig mache.

Je einflußreicher ein religiöser Glaube umso deutlicher.

"Jainismus" ist zwar auch geeignet um sich drüber lustig zu machen, aber da ergibt es wenig Sinn: Ein "fundamentalistischer Jain" tut niemand weh. Im Gegenteil.

Ich mache mich durchaus auch über andere semi-religiösen Glauben lustig. Homöopathie zum Beispiel. Bioresonanz. (Nebenbei: Biomagnetismus ist was anderes...)

 

""Ich bin nicht direkt religiös, und ich will damit auch nicht so viel zu tun haben""

Und da ist das Problem: du kommst nicht drum rum.

Siehe Bayern im Moment. Das mag zwar eher trivial erscheinen, aber es ist wichtig.

Kirchensteuer, die Unterstützung der Kirchen durch den Staat, Kirchentag ("du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen"), die "Caritaslüge" uvm.

 

 

Velgar

"Den Irren erkennt man an der Freiheit, die er sich gegenüber der Beweispflicht nimmt, an der Bereitschaft, überall Erleuchtung zu finden"
Umberto Eco: "Das Foucaultsche Pendel"

Ignition 45

Ignition

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02.06.18, 19:22 Uhr
Beitrag von Velgar 46 :

"Hmm, das wird von diversen (Web-) Seiten behauptet, und soll auch bei anderen Bildern von ihm zutreffen."

Oh, wie gesagt: Kann schon sein. Aber wahrscheinlicher finde ich immer noch, daß es falsch positive Mustererkennung ist.

"Wenn ich weiter stricke komme ich auch zu dem Ergebnis, das man zwar "Lächerlich" sagen kann, aber "sollte" man das auch?"

Drehen wir die Frage doch mal um.

Weil ein "sollte man" immer so ein "politisch korrekt"-Geschmäckle hat. "Das sagt man nicht." - Verstehst du, was ich meine?

Warum sollte man nicht? Was sollte daran hindern?

Ich weiß schon, was du meinst.

Kommt wahrscheinlich auch auf die Situation an, WANN, und WO ich so etwas sage? (Oder auch schreibe)

"Du bist doof" auf der anderen Seite ist eine Beleidigung. Und es bleibt eine Beleidigung auch dann, wenn ich ein "weil" dahinter setze.

Und die ist nicht in Ordnung.

Hmmm, wenn ich mal das Wort "Schwachsinnig" etwas genauer betrachte, sieht es auch nicht gerade "berauschend" im Sinne von "nicht so schlimmer Ausdruck" aus?

Wikipedia dazu:

"Schwachsinn

Als Schwachsinn wird eine leichte bis schwere Intelligenzminderung bzw. Minderbegabung bezeichnet. Während der Begriff in der Psychiatrie heute nicht mehr verwendet wird, ist er in der Rechtswissenschaft noch in Gebrauch. Umgangssprachlich wird der Ausdruck heute auch synonym für „Unsinn" verwendet."

Ich will jetzt nicht Korinthen kacken, doch auch bei mir hat der Begriff nichts direkt "positives".

Jetzt ist es dummerweise so, daß eine ganze Reihe von Gläubigen sich fürchterlich auf den Schlips getreten fühlen, auch wenn man sie gar nicht selbst angreift und/oder gar beleidigt, sondern ihren Glauben. Eine Religion tut sich da besonders hervor.

Aber kann das die Begründung sein, einen offensichtlich schwachsinnigen Glauben nicht auch schwachsinnig zu nennen?

"Das Kind beim Namen nennen", fällt mir noch dazu ein. Ich sage ja nicht, das ich Religion an sich für Superobergeil halte, eher das Gegenteil ist der Fall.

Ich würde es mal so formulieren:

"Religion sagt mir nicht zu, weil ich zu ihr nichts beitragen kann", oder

"Ich bin nicht direkt religiös, und ich will damit auch nicht so viel zu tun haben", und

"Ich bin eher Wissenschaftlich orientiert".

Je nachdem mit wem ich mich gerade unterhalte, auch davon abgesehen.

 

 

"Um was sollte es sich bei ihrem Beitrag als Antwort zu dem vorangegangen Post handeln?"
Gar nicht so schwer, um Substanziell reduzierte, essentiell Antipragmatische Kunst. ;)
"Wie bitte?"
Ich hab einfach etwas hingeschmissen. :D

Velgar 46

Velgar

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22.962 Beiträge

02.06.18, 16:57 Uhr
Beitrag von Ignition 45 :

Nuja, ob Michelangelo da wirklich ein Hirn im Kopf hatte, als er das gemalt hat, sei mal dahingestellt. Kann sein, zutrauen könnte man es ihm, aber ich würde da eher mal wieder eine falsch positive Mustererkennung vermuten.

Hmm, das…

"Hmm, das wird von diversen (Web-) Seiten behauptet, und soll auch bei anderen Bildern von ihm zutreffen."

Oh, wie gesagt: Kann schon sein. Aber wahrscheinlicher finde ich immer noch, daß es falsch positive Mustererkennung ist.

Macht ja nix. Kunst muß nicht nur die Botschaft des Künstlers tragen, sie kann auch anders gedeutet werden, als der Künstler eigentlich vorhatte.

 

"Wenn man den Begriff "weit macht", dann wird er nicht nur "Wertlos", sondern ggf. auch "Sinnlos"?"

Richtig. Den Unterschied hatte ich da gar nicht gemacht, aber er ist natürlich zutreffend. Wenn der "Sinn" = "Alles" ist, dann ist da effektiv kein Sinn.

 

"Wenn ich weiter stricke komme ich auch zu dem Ergebnis, das man zwar "Lächerlich" sagen kann, aber "sollte" man das auch?"

Drehen wir die Frage doch mal um.

Weil ein "sollte man" immer so ein "politisch korrekt"-Geschmäckle hat. "Das sagt man nicht." - Verstehst du, was ich meine?

Warum sollte man nicht? Was sollte daran hindern?

 

"Ich kann ja nicht zu jemandem ins Gesicht z. B. sagen "Du hast einen lächerlichen Glauben!", oder "Du bist doof, weil du xyz glaubst!"."

Und da hast die Antwort auch schon: "Dieser Glaube ist lächerlich." oder sogar "Dein Glaube ist lächerlich." ist etwas anderes als "Du bist doof, weil du das glaubst."

Das erste ist in Ordnung. Da kann man nichts Rationales dagegen sagen. Man kann es auch nicht sinnvoll angreifen. Das merkt man, wenn sich mal öfter mit dieser Sorte "Gläubige" unterhält. Da kommt dann eine Iteration von "Das ist mein Glaube und den darfst du nicht runtermachen, weil wir haben Religionsfreiheit!einself!" (Ein Satz der fraktal falsch ist: Je genauer man hinsieht, desto falscher wird er.)

"Du bist doof" auf der anderen Seite ist eine Beleidigung. Und es bleibt eine Beleidigung auch dann, wenn ich ein "weil" dahinter setze.

Und die ist nicht in Ordnung.

Jetzt ist es dummerweise so, daß eine ganze Reihe von Gläubigen sich fürchterlich auf den Schlips getreten fühlen, auch wenn man sie gar nicht selbst angreift und/oder gar beleidigt, sondern ihren Glauben. Eine Religion tut sich da besonders hervor.

Aber kann das die Begründung sein, einen offensichtlich schwachsinnigen Glauben nicht auch schwachsinnig zu nennen?

 

 

Velgar

"Den Irren erkennt man an der Freiheit, die er sich gegenüber der Beweispflicht nimmt, an der Bereitschaft, überall Erleuchtung zu finden"
Umberto Eco: "Das Foucaultsche Pendel"

Ignition 45

Ignition

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446 Beiträge

02.06.18, 14:48 Uhr
Beitrag von Velgar 46 :

"Der Teil im Bild rechts, auf dem "Gott" und seine Engel ihren Platz haben, hat die Form eines menschlichen Gehirns? (Ich habe da noch nie daran gedacht, erst durch eine Filmserie wurde ich darauf aufmerksam)"

Nuja, ob Michelangelo da w…

Nuja, ob Michelangelo da wirklich ein Hirn im Kopf hatte, als er das gemalt hat, sei mal dahingestellt. Kann sein, zutrauen könnte man es ihm, aber ich würde da eher mal wieder eine falsch positive Mustererkennung vermuten.

Hmm, das wird von diversen (Web-) Seiten behauptet, und soll auch bei anderen Bildern von ihm zutreffen.

Die Erklärung, die ich in dem Serienteil gesehen habe war dazu noch die:

"Das Hirn steht für die eigentliche Deutung. Nicht, dass 'Gott' erschaffen hat, oder erschafft, sondern der Mensch selbst. Damit hat er auch 'Gott' selbst in Gedanken erschaffen (erfunden)" - Sind zwar nicht 100% die Worte vom Serienteil, aber dürfte soweit stimmen, zumindest die Aussage.

"Was sich meinem Verstand zwar nicht entzieht, aber dennoch etwas skurril ist, die Sache mit der Vereinbarkeit von "Gott und Wissenschaft". Gerade der Post vor meinem jetzt "weckt" wieder mein Interesse, auch wegen der Kommentare."

*abwink*

Das ist ein alter Bekannter. Hat den Namen gewechselt, aber nicht den Account.

"Gott" und "Wissenschaft" ist nur dann "vereinbar", wenn man den Begriff "Gott" so weit macht, daß er praktisch mit allem vereinbar ist und damit wertlos.

Kennen wir ja nun von ihm.

Wenn man den Begriff "weit macht", dann wird er nicht nur "Wertlos", sondern ggf. auch "Sinnlos"?

"Ich werde mir wohl nie ein Nudelsieb über den Kopf stülpen, um damit mein Führerschein- oder auch Ausweisbild zu verschönern. Obwohl das ganze in meinen Augen einen tieferen Sinn hatte, -Religionsfreiheit-."

Der Sinn des Nudelsiebes ist es durch Übertreibung zu zeigen, wie lächerlich das Ganze ist. Denn wenn der Nudelsieb lächerlich ist (und das ist er), dann sind andere religiöse Kopfbedeckungen genauso lächerlich.

Denn die Argumentation, die man für religiöse Kopfbedeckungen machen kann, kann man direkt und ungekürzt auch auf den Nudelsieb übertragen.

Der "tiefere Sinn" ist weniger "Religionsfreiheit", sondern das Aufdecken der inhärenten Lächerlichkeit der Religionen und der verschiedenen religiösen "Glauben".

Ok, so weit wollte ich jetzt nicht direkt gehen, auch wenn es tierisch unter den Fingern juckt. 

Wenn ich weiter stricke komme ich auch zu dem Ergebnis, das man zwar "Lächerlich" sagen kann, aber "sollte" man das auch?

Egal, ob man nun "selbst ernannte Gläubige" damit meint, oder auch "getaufte" (Welcher Art auch immer "getauft"). Ich kann ja nicht zu jemandem ins Gesicht z. B. sagen "Du hast einen lächerlichen Glauben!", oder "Du bist doof, weil du xyz glaubst!". 

Wobei ich mit solchen Aussagen auch denen ins Gesicht schlage, die "nicht aktiv Gläubig" sind.

Klar, hast du schon irgendwo recht. Das ist in meinen Augen vieles (auch?) irgendwie "360° Schwurbelei 24/7", doch kenne ich Leute, die nicht "auf den Kopf gefallen sind", auch wenn sie eine Art "eigenen Gottglauben haben".

"Um was sollte es sich bei ihrem Beitrag als Antwort zu dem vorangegangen Post handeln?"
Gar nicht so schwer, um Substanziell reduzierte, essentiell Antipragmatische Kunst. ;)
"Wie bitte?"
Ich hab einfach etwas hingeschmissen. :D

Velgar 46

Velgar

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22.962 Beiträge

02.06.18, 10:15 Uhr
Beitrag von Ignition 45 :

Ich war ein paar Tage am "reseten", um dann wieder an das Thema gehen zu können.

Entschuldigung, konnte mich erst jetzt wieder damit befassen. Du kennst das sicherlich auch, manchmal muss man von Themen zuerst wieder Abstand nehmen, …

"Der Teil im Bild rechts, auf dem "Gott" und seine Engel ihren Platz haben, hat die Form eines menschlichen Gehirns? (Ich habe da noch nie daran gedacht, erst durch eine Filmserie wurde ich darauf aufmerksam)"

Nuja, ob Michelangelo da wirklich ein Hirn im Kopf hatte, als er das gemalt hat, sei mal dahingestellt. Kann sein, zutrauen könnte man es ihm, aber ich würde da eher mal wieder eine falsch positive Mustererkennung vermuten.

 

"Sagen wir mal dazu einfach "NWO", das "Hasspaket" für viele Gläubige."

Auch so was. Der Begriff "NWO" ist verbrannt, weil üblicherweise eine Verschwörungstheorie damit gemeint ist. Die ist natürlich BS.

Aber daß die Welt sich ändert und teilweise auch radikal ist ja nun nichts neues.

In Mitteleuropa und auch in anderen "westlichen" Ländern ist die Veränderung - speziell was das Christentum betrifft - auch schon etwas länger im Gange und hat in meinen Augen mittlerweile auch eine "kritische Masse" der Veränderung erreicht.

Die Anzahl der bekennenden Christen - mit einem ihrer höchsten Werte zu eben jener dunklen Zeit der deutschen Geschichte, die speziell die etwas fundamentaleren Christen gerne dem Atheismus zuschreiben wollen - ist im Fallen und das immer schneller. Man könnte fast schon "freier Fall" dazu sagen.

Auch gerade dieser Tage mit der aller Wahrscheinlichkeit nach verfassungswidrigen "Kreuz-Pflicht" in bayerischen Amtsstuben ist das Thema wohl mehr auf dem Schirm als sonst.

Und gerade anhand verschiedener Kommentare zu dem Thema in den Medien sieht man, wenn man sich mit dem Thema etwas auskennt, daß gerade von der Seite der Theisten (hier natürlich: der Christen) beinahe schon schmerzlich gelogen wird.

Die "christlichen Werte" werden immer wieder angerufen und bemüht, obwohl doch eigentlich mittlerweile bekannt sein sollte, daß diese ominösen "christlichen Werte" exakt nicht die Werte dieses Landes sind. Und das ist ja auch gut so, denn diese "Werte" sind für die runde Ablage und gehören auf den Schrotthaufen.

"Friedlicher Pluralismus" - ich meine es wäre in der "Zeit" gewesen - kann man eben gerade nicht zu den christlichen Werten zählen.

Dennoch kommt das immer wieder und im Grunde kann man nur sagen "Was redet ihr denn da für einen Scheiss? Das stimmt doch gar nicht."

 

"Was sich meinem Verstand zwar nicht entzieht, aber dennoch etwas skurril ist, die Sache mit der Vereinbarkeit von "Gott und Wissenschaft". Gerade der Post vor meinem jetzt "weckt" wieder mein Interesse, auch wegen der Kommentare."

*abwink*

Das ist ein alter Bekannter. Hat den Namen gewechselt, aber nicht den Account.

"Gott" und "Wissenschaft" ist nur dann "vereinbar", wenn man den Begriff "Gott" so weit macht, daß er praktisch mit allem vereinbar ist und damit wertlos.

Kennen wir ja nun von ihm.

 

"Ich werde mir wohl nie ein Nudelsieb über den Kopf stülpen, um damit mein Führerschein- oder auch Ausweisbild zu verschönern. Obwohl das ganze in meinen Augen einen tieferen Sinn hatte, -Religionsfreiheit-."

Der Sinn des Nudelsiebes ist es durch Übertreibung zu zeigen, wie lächerlich das Ganze ist. Denn wenn der Nudelsieb lächerlich ist (und das ist er), dann sind andere religiöse Kopfbedeckungen genauso lächerlich.

Denn die Argumentation, die man für religiöse Kopfbedeckungen machen kann, kann man direkt und ungekürzt auch auf den Nudelsieb übertragen.

Der "tiefere Sinn" ist weniger "Religionsfreiheit", sondern das Aufdecken der inhärenten Lächerlichkeit der Religionen und der verschiedenen religiösen "Glauben".

 

Velgar 

"Den Irren erkennt man an der Freiheit, die er sich gegenüber der Beweispflicht nimmt, an der Bereitschaft, überall Erleuchtung zu finden"
Umberto Eco: "Das Foucaultsche Pendel"

Ignition 45

Ignition

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446 Beiträge

02.06.18, 00:52 Uhr
Beitrag von Velgar 46 :

"Zuerst hätte ich einen interessanten Artikel darüber."

Schon klar, darum ging es mir aber gar nicht.

Ich wollte darauf hinaus, was man gesellschaftlich machen kann und was nicht. Also die philosophische Überlegung, ohne jetzt di…

Ich war ein paar Tage am "reseten", um dann wieder an das Thema gehen zu können.

Entschuldigung, konnte mich erst jetzt wieder damit befassen. Du kennst das sicherlich auch, manchmal muss man von Themen zuerst wieder Abstand nehmen, damit man sinnvoll weiter daran arbeiten kann.

Ich wollte darauf hinaus, was man gesellschaftlich machen kann und was nicht. Also die philosophische Überlegung, ohne jetzt direkt auf Alkohol hinaus zu wollen. Das war nur ein Beispiel, auf das wir gekommen sind.

Das Thema ist endlos, kann auf andere Rauschmittel/Drogen übertragen werden und hat teilweise kontraintuitive Resultate. 

Ich weiß dass das Thema endlos werden kann.

Nehmen wir einmal an, die Welt wäre so, das jeder in ihr seinen Platz finden könnte. (Eine bessere.?)

Wäre da jedem wirklich wohl dabei zumute?

Ich meine bei einer radikalen Umstellung bricht manchen vermutlich der Boden unter den Füßen weg.

Sagen wir mal dazu einfach "NWO", das "Hasspaket" für viele Gläubige.

Zumal vieles ja auch "Kopfsache" ist, unter anderem auch bei dem Bild vom Erstbeitrag hier, von Michelangelo (Erschaffung Adams). Der Teil im Bild rechts, auf dem "Gott" und seine Engel ihren Platz haben, hat die Form eines menschlichen Gehirns? (Ich habe da noch nie daran gedacht, erst durch eine Filmserie wurde ich darauf aufmerksam)

 

Wegen dem speziellen von mir gezeigtem Politiker-Zitat, das schon ab 1933 immer wieder gern genutzt wird, da könnte ich noch weiter ausholen, doch ich lasse es lieber. Es ist ein "Teufelskreis", zumindest für unser Warenwirtschafts-, besser gesagt Finanz Geldsystem.

 

Was sich meinem Verstand zwar nicht entzieht, aber dennoch etwas skurril ist, die Sache mit der Vereinbarkeit von "Gott und Wissenschaft". Gerade der Post vor meinem jetzt "weckt" wieder mein Interesse, auch wegen der Kommentare.

Wenn ich da wieder mal von den Pastafari lese, kriege ich langsam Bauchweh.

Ich werde mir wohl nie ein Nudelsieb über den Kopf stülpen, um damit mein Führerschein- oder auch Ausweisbild zu verschönern.

Obwohl das ganze in meinen Augen einen tieferen Sinn hatte, -Religionsfreiheit-.

"Um was sollte es sich bei ihrem Beitrag als Antwort zu dem vorangegangen Post handeln?"
Gar nicht so schwer, um Substanziell reduzierte, essentiell Antipragmatische Kunst. ;)
"Wie bitte?"
Ich hab einfach etwas hingeschmissen. :D