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Overview / Aktuelles

Teenies in Gefahr

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Tina4911 49

Tina4911

Halbgott
18,287 posts

04/02/18, 02:22 pm (modified 04/02/18, 03:34 pm)
Post from Lirasu 37 :

Ab 2002 in Erfurt mehrten sich die Fälle, es wurde zu einem strukturellen Problem. Damit MUSSTE neben der Arbeit der Justiz auch eine Ursachenforschung betrieben werden, die auf Prävention zielte.

Naja,... die "Ursachenforschung" best…

Soweit ich es noch auf dem Schirm habe, war in der Diskussion, mit dem 13. Schuljahr gleichzeitig den Hauptschulabschluss zu erlangen, um beim Scheitern des Abis nicht komplett ohne Abschuss abzugehen. Da bin ich mir aber nicht ganz sicher,... auch nicht darüber, was endgültig beschlossen wurde.

Föderalität bei der Bildung ist echt ne dumme Idee gewesen...bei uns in Niedersachsen zumindest hat der Gymnasiast mit der Versetzung in die 10. Klassenstufe den Hauptschulabschluss in der Tasche, mit der in die Kursstufe den erweiterten Realschulabschluss. Ist das bei euch anders?




Lirasu 37

lirasu

Meister
1,882 posts

03/31/18, 11:49 am (modified 03/31/18, 11:51 am)
Post from Furioustiger 54 :

Ich meine, dass Jugendliche naturgemäß "Scheiße bauen"

Richtig. Ich finde deine Beschreibung sehr treffend. Genau deshalb kann es schwierig sein, auszumachen, an welcher Stelle es "kippt" mit den von dir genannten Konsequenzen:

Ab 2002 in Erfurt mehrten sich die Fälle, es wurde zu einem strukturellen Problem. Damit MUSSTE neben der Arbeit der Justiz auch eine Ursachenforschung betrieben werden, die auf Prävention zielte.

Naja,... die "Ursachenforschung" bestand ja überwiegend daraus, sogenannte Killerspiele zu verdammen bzw verantwortlich zu machen. Soweit ich es noch auf dem Schirm habe, war in der Diskussion, mit dem 13. Schuljahr gleichzeitig den Hauptschulabschluss zu erlangen, um beim Scheitern des Abis nicht komplett ohne Abschuss abzugehen. Da bin ich mir aber nicht ganz sicher,... auch nicht darüber, was endgültig beschlossen wurde.

 

Der Punkt ist, dass solche Fälle (Anm: Mord und Totschlag) häufiger geworden sind.

Deshalb befürworte ich ja ausdrücklich das Neuköllner Model. Wenn jemand innerhalb kurzer Zeit mehrfach einschlägig in Erscheinung tritt, dann kann man davon ausgehen, dass dies der Beginn einer kriminellen Kariere ist. Und dann sollte Jugendarrest oder ggf Haft verhängt werden, damit klar wird, wie ernst die Situation ist. Natürlich ist sowas das letzte Mittel. Aber es sollte eben auch ein Mittel sein, welches genutzt wird, schon allein, um Schlimmeres zu verhindern.

 

"Struktuell" bedeutet (s.o.) für mich, dass es mehrere Fälle gibt, bei denen sich ein Muster erkennen lässt - sei es bei der Zunahme von Einzelgewaltdelikten wie auch zB. bei Amokläufen.

Die Frage ist doch, was man als Muster gelten lässt. Bei Amokläufen zB sind die Täter fast immer männlich. Ist das ein Muster/strukturell? Ich sage nein. Nicht selten spielt die Psyche ebenso eine Rolle, die wiederum individuell ist. Viele Täter haben selber als Kind Gewalterfahrungen gesammelt. Lässt sich daraus ein Muster erkennen? Nein, denn es lässt sich nicht auf alle Täter anwenden. Und selbst wenn: Nimmt eine schlechte Kindheit einen Täter aus der Verantwortung? Nein...!

 

irgendwas läuft gesellschaftlich schief, dass Gewaltdelikte zunehmen, und wir müssen in der Folge nach Wegen suchen, wie wir damit umgehen.

Naja,... eine Verrohung ist ja allgemein erkennbar. Da ist körperliche Gewalt nur ein Ausdruck. Zuerstmal sollten die Eltern ihre Erziehung überdenken, bevor man abstrakt den Fehler bei der Gesellschaft sucht.

 

"Clans" sind dabei vielleicht sogar leichter im Auge zu behalten, "anzusprechen", weil sie sichtbar agieren, was bei einer Gruppenbildung gar nicht anders möglich ist, und gemeinsame Verhaltensmuster besitzen.

Leider ist das Gegenteil der Fall. Wir reden hier von hunderten - tausenden Personen/Clan. Zudem sind sie das, was man im Allgemeinen als Parallelgesellschaft bezeichnet. Strenge Hierachien sind da nur ein wesentliches Merkmal. Das heißt, die Autorität ist das Clan-Oberhaupt, nicht die deutsche Justiz.

 

Daher (da du dich ja im letzten Beitrag als Arbeitgeber geoutet hast)

(Bin ich inzwischen nicht mehr.)

 

"Täter" ist das label, mit dem derjenige sein ganzes weiteres Leben angehen muss, sozusagen als "Behinderung" - Behinderung bei der Arbeitssuche und bei den weiteren sozialen Kontakten. Hältst du es für sinnvoll, zur Förderung des Resozialisierungsgedankens, Firmen mit Prämien / Geldern zu unterstützen, die einen ehemaligen Straftäter einstellen, ähnlich der benefits bei Einstellung von Menschen mit handicap?

Zuerstmal steht es niemand auf die Stirn geschrieben, ob jemand Täter ist/war oder nicht. Schwieriger wird es, wenn ich einen Job will, bei dem ein Führungszeugnis erforderlich ist. Und selbst da gibt es Unterschiede: Im "kleinen" Führungszeugnis steht erst alles, ab einem halben Jahr auf Bewährung oder 90 Tagessätze, im großen stehen alle Delikte und im behördeninternen steht dazu noch das, was die Geheimdienste gesammelt haben. Dazu kommt, dass im ersten und zweiten Führungszeugnis die Einträge nach einer Frist wieder gelöscht werden.

Nein, ich halte eine Subventionierung nicht für sinnvoll, weil sowas für Unternehmen gern ein Anreiz ist, Leute kurz einzustellen, um sie dann wieder zu entlassen. Meine Erfahrung ist, dass ehemalige Straftäter bei einer Bewerbung am besten fahren, wenn sie spätestens beim Bewerbungsgespräch die Karten auf den Tisch legen und erzählen, was das dunkle Kapitel in ihrem Leben ausmacht. Damit zeigen sie nämlich den Willen, eine Vertrauensbasis zum AG aufzubauen.

 

In dem von dir berichteten Fall konntest du als Arbeitgeber den Menschen hinter dem Täter sehen, da er schon vorher bei dir gearbeitet hat (wenn ich dich richtig verstanden habe).

Sagen wir mal so: Seine Kasse hat immer gestimmt, er war pünktlich und hatte Ahnung von dem, was er beruflich gemacht hat. Natürlich geht man als AG ein Risiko ein, solche Leute weiter zu beschäftigen. In seinem Fall ging das gut. Sicher hat die vorherige Erfahrung mit ihm eine entscheidende Rolle für die Wiedereinstellung gespielt. 

 

Bei Neueinstellung von Unbekannten ist die Hürde dafür, wie du anmerkst, wesentlich höher.

Sie ist allerdings nicht viel höher, als bei Leuten, die länger, als 1 Jahr arbeitslos sind/waren. Auch hier gibt es Vorbehalte (strukturierter Tagesablauf und so). Von daher sind die Chancen so ziemlich gleich. Es bedarf den Willen und Ehrlichkeit,... dann klappt es auch mit verurteilten Straftätern auf dem Arbeitsmarkt. So groß, wie immer gedacht, ist die Auswahl für Unternehmen nämlich gar nicht. 

"Das Problem ist: Mach´ einem Bekloppten klar, dass er bekloppt ist." Dieter Bohlen

"Die Größe von Babies sind heute mit über 60 cm und über 4 kg keine Seltenheit. Also eine Vagina kann auch jede Größe eines Penisses auf nehmen." ein weiser Mann aus dem Kwick Forum

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03/31/18, 05:31 am
Post from Furioustiger 54 :

Ich meine, dass Jugendliche naturgemäß "Scheiße bauen"

Richtig. Ich finde deine Beschreibung sehr treffend. Genau deshalb kann es schwierig sein, auszumachen, an welcher Stelle es "kippt" mit den von dir genannten Konsequenzen:

Ich bin etwas irritiert, da ich in meinem ersten Beitrag auf die Gewalt von Jugendlichen mit Migrationshintergrund voreilig eingegangen bin. 

Nun muss ich feststellen, dass dies hier sogar Schwerpunkt ist. Die Analyse von @furiostiger halte ich für sehr substanziell und spiegelt tatsächlich ein reelles Update unser gesellschaftlichen Wirklichkeit.

Wie bei den meisten großen Fragen und Problemen unserer Zeit gibt es nicht nur die "EINE, die EINZIG richtige Erklärung". Es ist eine Summe aus mehreren Komponenten, die @furioustiger gut zusammengefasst hat. 

Ich möchte das Phänomen der Amokläufe mehr herausstreichen. Leider tun sich da die USA mit Abstand am Meisten hervor. Meiner Meinung deshalb, weil es ein Leichtes ist sich "Kriegswaffen" sehr leicht beschaffen lassen. 

Für einen Amokläufer müssen wir ein bestimmtes Profil ausarbeiten, das sich weitgehend in den Muster ähneln.

Denken wir an unsere Schulzeit. Es gab immer Jungs und das ist schon die 1. Erkenntnis, "junge Männer", wo als Sonderlinge, abseits der Norm, seltsame Verhaltensmuster in Einzelfällen wahrgenommen wurden.

Mädchen als Amokläuferinnen sind mir nicht bekannt.

Jungs in der Schulzeit und der Pubertät können sehr gemein sein und Aussenseiter sind oft die Opfer, teilweise aus sadistischen Anandlungen heraus. Der junge Mensch formt sich erst und wird mit der ganzen Bandbreite der Gefühle bombardiert.

Hinzu kommt, dass Männer naturgemäß empfänglich sind für Gewalt. Logisch. Die ganze Genetik ist darauf ausgerichtet sich im Lleben durchzusetzen "Nahrung zu generieren und sich zu paaren" um mal Zustände aus der Evolution zu bemühen.

Ein wehrloser Aussenseiter, der in der Klasse regelmässig fies gemobbt wird und keine Chance hat sich Respekt zu verschaffen, wird diese gemeinen Angriffe innerlich verarbeiten.

Hinzu kommen noch Erziehungsmuster. Erlebt der Aussenseiter eine ähnliche Rolle zu Hause, was eigentlich von mir vorher erwähnt hätte werden müssen, denn so rum wird ein Schuh daraus, dann haben wir schon 2 Muster, die der Junge nicht logisch verarbeiten kann.

Ballerspiele sind umstritten und Prof. Pfeiffer musste sich viel Kritik gefallen lassen. Ich glaube, dass Ballerspiele bei einem gesunden Charakter mit Selbstvertrauen tatsächlich wenig Einfluss haben, aber bei einem labilen Charakter des beschriebenen Probanten ein Baustein für die Auslebung von Gewaltphantasien sein können.

Erfolgt noch eine Zurückweisung von Mädchen in der Pubertätsphase bei Annäherungsversuchen des Probanden erweitert sich der Hass und die Minderwertigkeit um ein weiteres Mosaiksteinchen. Solche Steinchen wird es noch einige geben und irgendwann ist das Maß voll. In den meisten Fällen sind Amokläufe keine Spontanreaktionen, sondern lange geplant und x Mal im Geiste durchgeführt.

Muss auch, denn sonst würde die ganze Aktion schief laufen. Das bewusste Durchleben eines Amoklaufes, was nichts Anderes ist als Rache an der ungerechten Welt, gibt dem Täter jedes Mal noch ein Hochgefühl, weil sein "Schuldkonto an Gefühlen" sich abbaut und ich könnte mir vorstellen, dass das bei Einigen nicht zur Tat führen wird.

Die Hemmschwelle junge Menschen hinzurichten, ist wenigen Menschen zuzutrauen, denn es versagen sämtliche menschliche Sicherheitsmechanismen.

Zur Gewalt in anderen Fällen möchte ich nichts beisteuern, weil von den anderen Usern schon sehr viel geschrieben wurde. Nur soviel:

Es ist völlig klar, dass unterschiedliche Menschen aus verschiedener Sozialisation und Erziehung zusätzliche Variable ins Spiel bringen, wenn es um Gewalt geht. Das ist im Leben einfach so.

Ich würde den Focus als Mann das Verhalten der Frauen studieren und versuchen Verhaltensmuster aufznehmen. Frauen können extrem gemein sein, aber sie lösen Konflikte selten mit Gewalt, sondern haben vielfältige Strategien damit umzugehen.

Natürlich ist es nicht leicht männliche DNA in 6 Millionen Jahren gewachsen, ad hoc umzudrehen, aber wir könnten uns orientieren und mein Beispiel ist Angela Merkel. Ich bin kein Fan von Ihr, aber was mir auffällt dass es kein marzialische Sprache und Verhaltensmuster gibt wie bei den Säbelrasslern Trump, Putin, Kim, Assad, Erdogan usw. Thatcher war ein Mann.28.gif  

Furioustiger 54

furioustiger

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03/31/18, 04:31 am
Post from Lirasu 37 :

Ok, das mit dem Sarkasmus klappt schon ganz gut, führt uns bloß nicht weiter. Merke: dieses Stilmittel weist oft daraufhin, dass sinnvolle Argumente ausgehen.

oder es ist einfach eine angemessene Reaktion auf Unterstellungen

 <…

Ich meine, dass Jugendliche naturgemäß "Scheiße bauen"

Richtig. Ich finde deine Beschreibung sehr treffend. Genau deshalb kann es schwierig sein, auszumachen, an welcher Stelle es "kippt" mit den von dir genannten Konsequenzen:

Hier reden wir aber von Mord und Totschlag.

Der Punkt ist, dass solche Fälle häufiger geworden sind. Wenn ich mal das Beispiel der Amokläufe dazuziehen darf (ein Thema, das ich für verwandt halte und das mehr Publizität erfährt als ein "einfacher" Mord), hatte es die Justiz 1964 in Volkhoven mit einem komplett unbekannten, neuen Phänomen zu tun, niemand hatte das vorausgesehen, man konnte nur hinterher reagieren. Ab 2002 in Erfurt mehrten sich die Fälle, es wurde zu einem strukturellen Problem. Damit MUSSTE neben der Arbeit der Justiz auch eine Ursachenforschung betrieben werden, die auf Prävention zielte.

Keine Ahnung, was du unter "strukurelles Problem (...) im Umgang mit Jugendlichen verstehst.

"Struktuell" bedeutet (s.o.) für mich, dass es mehrere Fälle gibt, bei denen sich ein Muster erkennen lässt - sei es bei der Zunahme von Einzelgewaltdelikten wie auch zB. bei Amokläufen.

"Struktuell im Umgang mit..." heißt - irgendwas läuft gesellschaftlich schief, dass Gewaltdelikte zunehmen, und wir müssen in der Folge nach Wegen suchen, wie wir damit umgehen. "Strukturell" bedeutet: wenn sich ein Muster erkennen lässt, sind wir in der Lage, nicht nur zu reagieren, sondern präventiv zu handeln. Darauf gilt mein Hauptaugenmerk, denn in Prävention (und hinterher wieder in der Resozialisierung, die wiederum für sich Prävention vor neuen Taten ist) können wir aktiv werden.

Ich empfehle hierzu die Bücher von Jugendrichter Andreas Müller (Schluss mit der Sozialromantik) und Kirsten Heisig (Das Ende der Geduld).

Danke, die Urheber dieses Modells waren mir noch nicht namentlich bekannt, ich habe aber das Wirken von Buschkowsky in seinem Stadtteil verfolgt und fand bemerkenswert, was er in diesem Problemviertel alles geleistet hat. Ein großer Teil davon ist ja auch erfolgreiche Präventivarbeit - der Jammer: sobald etwas läuft, d.h. NICHTS mehr passiert, schaut keine Sau mehr danach und die Gelder werden wieder gekürzt, denn: es passiert ja "nichts" (Schlimmes) - dass dieses "Nichts" ein Haufen Sozialarbeit, Polizeiarbeit usw. ist, interessiert wenig.

Weil du im Kommi die "Clans" angesprochen hast: ich - süddeutscher ländlicher Raum - habe da einen anderen Blickwinkel auf das Problem. Dass die Arbeit in Neukölln so gut funktioniert (hat), liegt auch daran, dass es ein Bereich ist, in dem sich die Ämter (Polizei, Jugendamt, städtische Behörden, Schulen) zusammengesetzt und in der Folge eng kooperiert haben, übrigens auch ein Verdienst von Buschkowsky, scheint mir. "Clans" sind dabei vielleicht sogar leichter im Auge zu behalten, "anzusprechen", weil sie sichtbar agieren, was bei einer Gruppenbildung gar nicht anders möglich ist, und gemeinsame Verhaltensmuster besitzen.

Genau hier liegt bei der Baustelle, die ich in meinem Bereich wahrnehme, ein großes Problem:

Die überwiegende Anzahl der späteren ("einheimischen") Täter kommen nicht aus einem "Ghetto", haben keine derart auffällige / enge Gruppenzugehörigkeit, sind aber vorher schon auffällig geworden und amtlich bekannt: dem Jugendamt, der Polizei, einer Schulsozialarbeit, Psychologen. Bei allen diesen Institutionen hakt es gewaltig an der Zusammenarbeit und dem Austausch von Informationen. Der Datenschutz, dessen Mängel derzeit heftig bejammert werden, wird an diesen Stellen, wo Zusammenarbeit sinnvoll und nötig wäre, absurd hoch gehängt. Ich bin kein Freund des Überwachungsstaates / des gläsernen Bürgers, aber diesen Jugendlichen ist nicht geholfen, wenn nicht verschiedene Stellen ihr Hintergrundwissen über Probleme teilen. Der vorgeschobene Datenschutz, um "Stigmatisierung und Voreingenommenheit zu vermeiden" gehört zu deiner zitierten "Sozialromantik". Ein gängiger Fall bei uns:

Eltern sind die Probleme ihres Kindes bekannt. Sie werden von der Schule / dem Jugendamt divers angegangen, angefragt, beraten. In der Folge lassen sie sich nicht auf Kooperation usw. ein, sondern mauern, um die bürgerliche Fassade aufrecht zu erhalten. Beratungsbedarf bedeutet Eingestehen von Versagen. Wenn man kooperieren würde, müsste man sich in das familiäre System schauen lassen und, was schlimmer ist, womöglich etwas an der Dynamik dort ändern! Die Lösung? In unserem Raum ganz einfach: nehmen die Probleme überhand, zieht man um in einen anderen Landkreis. Das kann dann durchaus 4km vom ehemaligen Wohnort entfernt sein, aber zuständig ist dann ein anderes Jugendamt, eine andere Schule, andere Behörden und das Spielchen beginnt von vorne. Zwischen den Behörden und Schulen (ich brauche es eigentlich nicht zu erwähnen) findet kein Austausch statt - teilweise herrscht sogar eine gewiise Arroganz und Rivalität. So können Problemlagen über Jahre verschleppt werden. Es gibt sogar Familien, die das Spielchen mehrfach durchziehen...

Daneben gibt es Familien, die das Jugendamt geradezu um Hilfe bestürmen und nicht ernst genommen werden - besonders in Familien mit gutbürgerlichem Hintergrund wird die Problemlage oft unterschätzt. Die Gelder und das Personal sind knapp, und die betreffenden haben doch ein privat funktionierendes Netzwerk, die kriegen das hin, ist halt Pubertät und so...

DAS sind die Strukturen, an denen ich hadere, an denen man schrauben könnte. Daneben gibt es noch ein ganzes Bündel von Ursachen, die aber schwer "zu fassen" sind. Eine, die mir sehr am Herzen liegt, habe ich in meinem ersten Beitrag hier schon geschrieben und möchte ich noch einmal zitieren:

Heute wird das Problem auch deshalb immer krasser, weil allgemeine verbale Aggression absolut gesellschaftsfähig geworden ist. Die "Großen" machen es vor. Drohungen, Unterstellungen und Anfeindungen der untersten Schublade sind auf dem politischen Parkett gängig - und ausgerechnet die Jugend soll sich anders benehmen? Wir leben mittlerweile in einer allgemeinen Erregungs- und Empörungsgesellschaft, und die Aufstachler und Anheizer haben weit mehr Gewicht, als die, die nach Mäßigung rufen. Es ist einfach grade "hip" "voll aggro" zu sein, denn sonst wird man zum "Opfa". Hej, man kann die Kinder erziehen wie man will, sie machen einem doch alles nach!

Als Gesellschaft haben wir tatsächlich eine Gesamtverantwortung, ob wir selbst Kinder haben oder nicht. Auch als Arbeitgeber in der Resozialisierung - der natürlich kein Sozialarbeiter für Wiedereingliederung ist. Daher (da du dich ja im letzten Beitrag als Arbeitgeber geoutet hast) ein wild gesponnener Gedanke von mir, für den ich um deine Einschätzung bitte: "Täter" ist das label, mit dem derjenige sein ganzes weiteres Leben angehen muss, sozusagen als "Behinderung" - Behinderung bei der Arbeitssuche und bei den weiteren sozialen Kontakten. Hältst du es für sinnvoll, zur Förderung des Resozialisierungsgedankens, Firmen mit Prämien / Geldern zu unterstützen, die einen ehemaligen Straftäter einstellen, ähnlich der benefits bei Einstellung von Menschen mit handicap? In dem von dir berichteten Fall konntest du als Arbeitgeber den Menschen hinter dem Täter sehen, da er schon vorher bei dir gearbeitet hat (wenn ich dich richtig verstanden habe). Bei Neueinstellung von Unbekannten ist die Hürde dafür, wie du anmerkst, wesentlich höher. Geben wir aber keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt, ist der Resozialisierungsgedanke "im Arsch" und wir können gleich zum System "Wegsperren" bzw. "Todesstrafe" nach US-Muster übergehen. Was meinst du?

 

 

 

 

 

 

 

 

Lirasu 37

lirasu

Meister
1,882 posts

03/30/18, 07:08 am
Post from Furioustiger 54 :

Ok, das mit dem Sarkasmus klappt schon ganz gut, führt uns bloß nicht weiter. Merke: dieses Stilmittel weist oft daraufhin, dass sinnvolle Argumente ausgehen.

Bei anderen items liegt ein grundsätzlich anderes Menschenbild bei dir und m…

Ok, das mit dem Sarkasmus klappt schon ganz gut, führt uns bloß nicht weiter. Merke: dieses Stilmittel weist oft daraufhin, dass sinnvolle Argumente ausgehen.

oder es ist einfach eine angemessene Reaktion auf Unterstellungen

 

Wenn du aber den Erstbeitrag des threaderstellers noch einmal aufmerksam liest, wirst du feststellen, dass es ihm darüber hinaus um ganz andere Dinge geht

Darum ging es in meiner Antwort gar nicht, sondern um deinen Beitrag, konkret um diesen, deinen Satz: 

Die Stigmatisierung, die vertane Zeit, der Bruch im Lebenlauf, die Neufindung eines stabileren Selbstbildes ist die Strafe, die z.T. die Gesellschaft, z.T. das Leben an sich, z.T. sich der Täter selbst auferlegt.

 

1. Denkst du, dass wir ein strukturelles Problem innerhalb unserer Gesellschaft bezügl. Umgang mit unseren Jugendlichen haben oder hältst du alle Taten von Tätern, die sich nicht direkt auf einen culture-clash zurückführen lassen, für Einzelfälle, die innerhalb der Gesellschaft bereits in der Folge optimal durch die nachfolgenden Strafverfahren geregelt sind?

Keine Ahnung, was du unter "strukurelles Problem (...) im Umgang mit Jugendlichen verstehst.

Ich meine, dass Jugendliche naturgemäß "Scheiße bauen", also durchaus Straftaten, Ordnungswidrigkeiten und andere unüberlegte Taten begehen. Sie klauen Kippen, saufen heimlich Schnaps, fahren ohne Fleppen Meped, rauchen in der U Bahn, bumsen ohne Gummi, fälschen die Unterschrieft der Eltern kloppen sich bei Kreisliga-Spielen,... Das gehört dazu und ist sogar ein Stück weit wichtig, wenn es darum geht, Grenzen zu erfahren. Außerdem stehen 14 jährige Mädchen nicht auf uncoole Typen. Darauf ist das Jugendstrafrecht gut vorbereitet. Darauf ist die Gesellschaft vorbereitet,... schon allein deshalb, weil niemand in diesem Alter lammfromm war (außer ich).

Hier reden wir aber von Mord und Totschlag. Das ist ein ganz anderes Kaliber. Um so eine Tat begehen zu können, bedarf es eine sehr niedrigen Hemmschwelle, anderen Menschen Leid und Tod zuzufügen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und werden in jedem Fall/Verfahren ausgelotet (Schwere der Schuld). Allerdings sieht das Jugendstrafrecht, als auch die Gesellschaft für diese Leute eine Resozialisierung vor. Und dass ein verurteilter Mörder nicht nur auf Akzeptanz in der Gesellschaft trifft, ist doch einfach nur logisch, oder? Du und ich - wir mögen Leute wegen viel weniger verachtenswerten Angelegenheiten nicht (Chef, Nachbarn, Bürgermeister,...) So what? Nicht mögen heißt nicht, eine Person zu lynchen.

 

 

2. Hältst du das Strafmaß bzw. den Umgang mit solchen Tätern für angemessen, so wie es ist?

Ja, ich halte das Jugendstrafrecht für ausreichend, sofern es konsequent angewendet wird. Wobei eine Herabsetzung der Strafmündigkeit auf 12 Jahre durchaus zu überlegen ist. Das ergibt sich daraus, dass immer mehr Intensivtäter -14 Jahre jung sind.

Insbesonders bin ich Befürworter des sogenannten "Neuköllner Models", welches eine unmittelbare Verurteilung nach der Tat vorsieht, inklusive des sogenannten "Warnschussarrest". Wie ich darauf komme? Weil es die Verurteilten selbst sind, die sagen, dass sie es ohne dieses Model, ja sogar ohne die Verurteilungen zu Arrest und Haft niemals geschafft hätten, aus ihrer kriminellen Laufbahn auszubrechen. Ich empfehle hierzu die Bücher von Jugendrichter Andreas Müller (Schluss mit der Sozialromantik) und Kirsten Heisig (Das Ende der Geduld).

 

3. Egal ob Einzelfall oder strukturelles Problem: Hast du Vorstellungen darüber, wie so etwas präventiv angegangen werden kann d.h. im Vorfeld agiert, damit so etwas gar nicht erst passiert?

Darüber müssen sich jene Eltern Gedanken machen, die der Meinung sind

a): dass die Erziehung ihrer Kinder mehr Sache der Schule ist, als ihre selbst

und

b): das Helikoptereltern etwas sind, wodurch Kinder lernen, wo die Grenzen sind

 

Wenn ja, würdest du einen jungen Mann / Frau mit einem solchen Bruch in der Vita zum Vorstellungsgespräch einladen bzw. einstellen?

Habe ich getan. Die Person hatte 3,x Jahre wegen Einbruch auf den Buckel. Besagte Person wurde verhaftet, als sie gerade im Dienst bei mir war. Ich habe eine Anwältin vermittelt und den Kontakt aufrecht erhalten. Nicht etwa, weil ich von der Unschuld ausgegangen bin (dafür waren die Beweise zu erdrückend), sondern um eine Perspektive aufzuzeigen. Nur ist das freilich etwas, was ich aus freien Stücken getan habe. Ich kann es keinem AG verübeln, keinen AN einzustellen, bei dem das Vertrauensverhältnis schon zerstört ist, bevor es aufgebaut ist. Ein AG ist nämlich in erster Linie kein Sozialarbeiter für Wiedereingliederungsmaßnahmen. 

 

DAS sind die Stolpersteine, an denen dein Bekenntnis zur Resozialisierung direkt getestet wird.

Das sind keine Stolpersteine, sondern die Konsequenzen, welche sich aus einem Verbrechen ergeben, welches ich nicht begehen muss. 

"Das Problem ist: Mach´ einem Bekloppten klar, dass er bekloppt ist." Dieter Bohlen

"Die Größe von Babies sind heute mit über 60 cm und über 4 kg keine Seltenheit. Also eine Vagina kann auch jede Größe eines Penisses auf nehmen." ein weiser Mann aus dem Kwick Forum

Furioustiger 54

furioustiger

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03/30/18, 05:32 am (modified 03/30/18, 05:37 am)
Post from Lirasu 37 :

Ah, du bist für Resozialisierung

ja,... krass, wa?

 

Die Stigmatisierung,

ähm,... sonst ist alles ok? Wir reden hier von Totschlägern und Mörder,... und du kommst hier mit Stigmatisierung? 

 

die …

Ok, das mit dem Sarkasmus klappt schon ganz gut, führt uns bloß nicht weiter. Merke: dieses Stilmittel weist oft daraufhin, dass sinnvolle Argumente ausgehen.

Bei anderen items liegt ein grundsätzlich anderes Menschenbild bei dir und mir zugrunde bzw. eine andere Definiton des Wortes "Opfer" "Strafe" "Mitgefühl", das ist folglich zwischen uns nicht diskutabel bzw. wäre Thema für einen Philsosophiethread, nicht für hier. Da werden wir nicht zusammenkommen.

Jetzt wäre es an der Zeit zu einem konstruktiven Beitrag zum eigentlichen Thema des threads, das du ja bisher immer nur in Frage gestellt hast. Wenn dich das nicht interessiert, dann brauchst du dich hier auch nicht einzuklinken. Ein bißchen hast du ja schon dazu angefangen:

Deinem vorigen post entnehme ich, dass die Maßnahmen des Jugendstrafrechtes plus Maßnahmen des Jugendschutzes zur Resozialisierung dir so auszureichen scheinen. Das betrifft das "hintere" Ende der Fragestellung des threads. Ich zitiere:

1. ist es keine vertane Zeit, denn im Jugendknast (welcher sich deutlich vom Erwachsenenknast unterscheidet) lernen die meisten Täter zum ersten Mal in ihren Leben einen geregelten Tagesablauf, machen eine Ausbildung und können notwendige Therapien durchführen.

Supi, das klingt doch schon nach fundierter Meinung.

Wenn du aber den Erstbeitrag des threaderstellers noch einmal aufmerksam liest, wirst du feststellen, dass es ihm darüber hinaus um ganz andere Dinge geht (Zitate aus dem Erstbeitrag):

 

"In meinem Kopf steht auch die Frage was zu diesem Ereignis geführt hat das einem Menschen das Leben genommen wurde."

 

"Mich interessieren folgende Sachen zu dem Fall:

  • Wie kann man solche Taten vermeiden?
  • Was wäre die richtige Strafe?
  • Wie geht man damit am besten um?"

 

Mit "solche Taten" bezieht sich der threadersteller konkret auf einen Fall aus unserer gesellschaftlichen MITTE. Dazu nun konkret meine Fragen an dich:

1. Denkst du, dass wir ein strukturelles Problem innerhalb unserer Gesellschaft bezügl. Umgang mit unseren Jugendlichen haben oder hältst du alle Taten von Tätern, die sich nicht direkt auf einen culture-clash zurückführen lassen, für Einzelfälle, die innerhalb der Gesellschaft bereits in der Folge optimal durch die nachfolgenden Strafverfahren geregelt sind?

2. Hältst du das Strafmaß bzw. den Umgang mit solchen Tätern für angemessen, so wie es ist?

3. Egal ob Einzelfall oder strukturelles Problem: Hast du Vorstellungen darüber, wie so etwas präventiv angegangen werden kann d.h. im Vorfeld agiert, damit so etwas gar nicht erst passiert? Was ist die Rolle des Jugendschutzes, der Eltern, der Schule, der Gesellschaft? Muss sich etwas ändern, oder ist alles ok so, wie es läuft? Gibt es etwas, auf das jeder einzelne persönlich achten kann?

4. Nun doch noch eine neugierige Frage von mir an dich persönlich: die Frage im Erstbeitrag "Wie geht man am besten damit um?" zielt m.E. nicht nur auf Reaktionen von Staat, Gesellschaft und Justiz, sondern auf ganz persönlichen Umgang damit. Hast du eine Firma? Wenn ja, würdest du einen jungen Mann / Frau mit einem solchen Bruch in der Vita zum Vorstellungsgespräch einladen bzw. einstellen? Bist du angestellt? Wie wäre es für dich, mit einem solchen jungen Menschen nach Abbüßen seiner Strafe in deinem Betrieb zusammenzuarbeiten? Neben ihm zu wohnen? Ihn / sie im Freundeskreis deiner Kinder zu haben? DAS sind die Stolpersteine, an denen dein Bekenntnis zur Resozialisierung direkt getestet wird.

 

 

 

 

Lirasu 37

lirasu

Meister
1,882 posts

03/29/18, 07:29 pm
Post from Furioustiger 54 :

ja,... die armen "Täteropfer",... bekommen eine 2. Chance, bei der sie es nicht leicht haben werden. Auch wenn ich ausdrücklich die Resozialisierung befürworte, finde ich deine Opferrollenzuschreibung ziemlich übertrieben. Es sind Täter, kein…

Ah, du bist für Resozialisierung

ja,... krass, wa?

 

Die Stigmatisierung,

ähm,... sonst ist alles ok? Wir reden hier von Totschlägern und Mörder,... und du kommst hier mit Stigmatisierung? 

 

die vertane Zeit, der Bruch im Lebenlauf, die Neufindung eines stabileren Selbstbildes ist die Strafe, die z.T. die Gesellschaft, z.T. das Leben an sich, z.T. sich der Täter selbst auferlegt.

ach Gottchen,... mir kommen die Tränen.

1. ist es keine vertane Zeit, denn im Jugendknast (welcher sich deutlich vom Erwachsenenknast unterscheidet) lernen die meisten Täter zum ersten Mal in ihren Leben einen geregelten Tagesablauf, machen eine Ausbildung und können notwendige Therapien durchführen. 

2. Warum eine Neufindung etwas Schlechtes oder gar eine Strafe sein soll, wenn man es durch die Anzahl oder schwere von Straftaten in den Jugendknast geschafft habt, musst du mal etwas genauer erklären. Ich behaupte nämlich, dass eine Neufindung der Grundstein für ein Leben ohne Straftaten ist.

 

Natürlich ist jeder Täter in der Folge Opfer

Nein ist er nicht,... schon gar nicht, wenn die Anzahl oder schwere der Taten einen Knastaufenthalt nach sich ziehen. So schnell kommt man nämlich nicht in den Knast (siehe Intensivtäter).

 

Beispiel: Frisst du (als Täter am eigenen Leib) zu viel, wirst du Opfer von Übergewicht.

Toller Vergleich, wenn wir hier über Mörder und Totschläger reden. Ein Übergewichtiger trägt die Konsequenzen seines Handelns allein (achtung: der kommt flach!).

 

Bist du nun für die 2te Chance oder nicht? Und was für Maßnahmen schlägst du dafür vor?

die Vorschläge brauche ich hier nicht machen, sie sind bereits im Jugendstrafrecht und im Strafvollzug verankert

 

Mit dieser deiner Reaktion hast du reflexhaft genau das illustriert, was ich meinte:

ich hätte auch ein Bild von einer Banane posten können und du hättest es als Bestätigung deine Vorurteile gewertet

 

im Moment sind Migranten die willkommenen Sündenböcke

aha,... ich kritisiere, dass es dir recht ist, wenn die Kriminalität von Migranten und Flüchtlinge nicht gleichermaßen angesprochen wird, wie die aller anderen/Deutschen und du bastelst daraus, man wolle Migranten zum Sündenbock machen. Wusstest du, dass es sowas wie Positiv-Rassismus gibt? 

 

DU bist derjenige, der Verbrechen / Schuld / mangelnde Werteorientierung / seelische Verwahrlosung in den eigenen Reihen einfach nicht wahrhaben will.

Bist du von Astro-TV? Bin beeindruckt!

 

Für das, was du gerne ansprechen möchtest (Probleme mit Migranten) gibt es einen anderen thread.

Ähm,... gute Frau,...du hast da was falsch verstanden: Es ging mir nicht darum, hier etwas anzusprechen, sondern darum, deine Haltung zu kritisieren, hier bewusst etwas NICHT anzusprechen.

 

Es gibt hier Spezialisten, die jeden thread, und sei es "Was kochst du heute?" gerne für sich kapern und nur noch um das Flüchtlings / Migrantenthema kreisen. Gehörst du dazu?

ja,. im "Was kochst du heute"-Thread empfehle ich immer grottenschlechte Dönerläden oder belgisches Bier, um den Rassismus zu pflegen und zu fördern. Hat aber glücklicherweise noch niemand gemerkt.

"Das Problem ist: Mach´ einem Bekloppten klar, dass er bekloppt ist." Dieter Bohlen

"Die Größe von Babies sind heute mit über 60 cm und über 4 kg keine Seltenheit. Also eine Vagina kann auch jede Größe eines Penisses auf nehmen." ein weiser Mann aus dem Kwick Forum

Furioustiger 54

furioustiger

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03/29/18, 11:29 am (modified 03/29/18, 11:33 am)
Post:

Teenies in Gefahr lautet die Überschrift.

Ich mutmaße mal was wirklich dahintersteckt. 

Die Zahl der Muslime hat stark zugenommen in Deutschland. Wir haben sehr viele junge Männer, die dem einen oder anderen Mädchen den Kopf ver…

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...und das ist der Punkt! 

Schritt 1: Augen verschließen ggü. Missständen in der eigenen Gesellschaft, Ablehnen der eigenen Mitverantwortung

Schritt 2: Schuldzuweisung an Menschen, die "nicht zu uns gehören" und Suche nach deren grundsätzlichen kulturellen Unzulänglichkeiten, die natürlich solche Taten produzieren MÜSSEN, isjaklar. (sry @elephanterrible, dich meine ich nicht, dein Beitrag ist ja auch zumindest LEICHT misstrauisch ob der Köderwirkung, die das Thema gerade hat - wunderbar geeignet für ein (hier bitte missliebige Gruppe einsetzen) bashing.

Ich denke, wenn der Erstbeitrag ernstgemeint war und kein Köder dieser Art, stellt er genau die wichtigen Fragen:

Was für ein Werteumfeld bieten wir unseren Jugendlichen, auch den sozial Schwachen, auch den Bildungsfernen, auch denen, deren Familie in 3ter Generation Sozialhilfe empfängt? Welche Chancen und Möglichkeiten geben wir ihnen, wie setzen wir eindeutige Grenzen? Wie ist es, im Gegensatz dazu, möglich, dass andere Jugendliche wohlstandsverwahrlosen und keinen Halt mehr finden bis zum Amoklauf? Wieso lassen wir es sehenden Auges zu, dass sich Jugendliche bis aufs Blut mobben und dissen, bis es zum Unglück kommt? (Beispiel: Tübingen 2014)

Reflexhaft zu reagieren mit "aber die Migranten sind da viel schlimmer, DAS ist ein gesellschaftliches Problem - bei UNSERER Jugend sind das Einzelfälle" bringt da nichts.

Können wir bitte mal einen kritischen thread über UNS machen statt immer auf "die anderen" (welche auch immer) zu schauen?

 

 

Furioustiger 54

furioustiger

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03/29/18, 11:00 am
Post from Lirasu 37 :

Sich selbst zum Opfer gemacht haben auch die Täter, deren Leben trotz z.B. 8 Jahre Jugendstrafe ab jetzt und hier deutlich anders verläuft. Schule beenden? Vielleicht, im Knast, aber dann: ein stabiles Umfeld finden (ohne die bisherigen "Freun…

ja,... die armen "Täteropfer",... bekommen eine 2. Chance, bei der sie es nicht leicht haben werden. Auch wenn ich ausdrücklich die Resozialisierung befürworte, finde ich deine Opferrollenzuschreibung ziemlich übertrieben. Es sind Täter, keine Opfer!

Ah, du bist für Resozialisierung. Was aber anderes bedeutet Resozialisierung, als die Lebensmöglichkeiten für Täter nach der Strafe gleich mitzuüberdenken? Meine Beschreibung (NICHT Entschuldigung, NICHT Mitleidheischen, NICHT Bewertung eines Strafmaßes) weist doch lediglich darauf hin, dass es mit 8 Jahren Jugendhaft nicht getan ist. Die Haft ist die juristische Strafe. Die Stigmatisierung, die vertane Zeit, der Bruch im Lebenlauf, die Neufindung eines stabileren Selbstbildes ist die Strafe, die z.T. die Gesellschaft, z.T. das Leben an sich, z.T. sich der Täter selbst auferlegt. Natürlich ist jeder Täter in der Folge Opfer - und zwar seiner eigenen Tat und ihrer Konsequenzen, die er tragen muss. Beispiel: Frisst du (als Täter am eigenen Leib) zu viel, wirst du Opfer von Übergewicht. Mitleid ist hier nicht automatisch impliziert. Das heißt aber nicht, dass es keine Hilfe zum Abnehmen geben darf. Analogie klar? Bist du nun für die 2te Chance oder nicht? Und was für Maßnahmen schlägst du dafür vor? Hämisch Steine in den Weg legen, weil dir das juristische Strafmaß nicht genügt? Dann bist du eigentlich NICHT für Resozialisierung. Es geht in diesem thread doch um meist noch minderjährige Täter, so habe ich das verstanden. Wie konkret stellst du dir  eine Wiedereingliederung vor?

ja,... Probleme umgeht man am besten, indem man sie erst gar nicht anspricht,... schließlich gibt es dann auch keine unbeliebten Antworten

Sry, dafür bist du im falschen thread. Ich habe den threadersteller dahingehend verstanden, dass es neben der Migrantenproblematik ein Problem in der Mitte der eigenen Gesellschaft gibt (und nicht an deren Rändern). Das sehe ich genau so. Mit dieser deiner Reaktion hast du reflexhaft genau das illustriert, was ich meinte: im Moment sind Migranten die willkommenen Sündenböcke. Mit ihrer Hilfe kann man von sich wegweisen, eigene Defizite wegreden, wunderbar sortieren nach Schwarz/Weiß Prinzip, und wenn man "das Böse" aus Deutschland ausweisen kann, wird alles gut. DU bist derjenige, der Verbrechen / Schuld / mangelnde Werteorientierung / seelische Verwahrlosung in den eigenen Reihen einfach nicht wahrhaben will. Hast du bemerkt, dass mein Fallbeispiel von 2010 war? Ich suche Antworten HIER für Jugendliche HIER, mit denen wir und unsere Kinder gemeinsam leben werden. Für das, was du gerne ansprechen möchtest (Probleme mit Migranten) gibt es einen anderen thread. Dort, und nicht hier, können wir das gerne diskutieren. Das war es, was ich im Prinzip gesagt haben wollte. Es gibt hier Spezialisten, die jeden thread, und sei es "Was kochst du heute?" gerne für sich kapern und nur noch um das Flüchtlings / Migrantenthema kreisen. Gehörst du dazu?

 

Unregistered

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03/29/18, 09:04 am

Teenies in Gefahr lautet die Überschrift.

Ich mutmaße mal was wirklich dahintersteckt. 

Die Zahl der Muslime hat stark zugenommen in Deutschland. Wir haben sehr viele junge Männer, die dem einen oder anderen Mädchen den Kopf verdrehen. 

Ich denke, dass das in den meisten Fällen problemlos verläuft. Entscheidend wird die Toleranz im Elternhaus und familiären Umfeld ausfällt.

Ich konstruiere den Fall, dass ein junger Mann aus einem stark islamisch geprägten Haus mit fundamentalistischen Zügen eine Trennung zu einem muslimischen Mädchen nicht so Ohne Weiteres hinnehmen wird. Es kommt darauf an in wie weit Zärtlichkeiten gingen.

Geschlechtsverkehr ist Grund zur Heirat. Eine außermuslimische Verbindung halte ich in diesem Fall für kaum denkbar. Allerdings könnten auch die Eltern nicht vor Ort sein. Geschwister können aber ebenfalls problematisch sein.

Sollte das Mädchen mit der Beziehung Schluss machen ist ein gewisses Gefährdungspotenzial denkbar aus den streng islamische Strukturen heraus. Sollte der Junge Schluss machen, scheint mir die Wahrscheinlichkeit geringer, weil der Stolz nur die Männer verletzen kann, wobei auch eine Familie enteehrt wird, wenn die Beziehung schon sehr fest und öffentlich war. 

Dass mehr junge Mädchen zum Opfer fallen könnten, wäre nach diesem Szenario denkbar.

Das Argument ist aber nicht neu. In den späten 50er Anfang 60er Jahren kamen die ersten Italiener zu uns. Denen wurde genau das Gleiche unterstellt. Messerstecher, Stolz und sehr heißblütig.

Auch da mag es Todefälle gegeben haben. Soll aber nicht heißen darüber leger und locker hinweg zusehen, denn es geht um Menschenleben.

Zu verhindern ist das nicht. So wie Verkehrsunfälle nicht zu verhindern sind. Unsere Gesellschaft muss leider mit mehr oder weniger Morde, Unfalltote, etc. leben müssen.

Präventiv ist sicherlich Einiges zu machen und wird auch gemacht, aber 100 % Sicherheit gibt es nicht.

Ein Strafmaß festzulegen ist Sache der Richter und ich behaupte, dass wir mit die besten Gesetze der Welt haben.

Ich kennen die Stimmung, die da lautet, dass unsere Gesetze viel zu lasch sind und unsere Gefängnisse "Hotels".

Das sehe ich nicht so, wenn auch Urteile für den Normalbürger manchmal schwer nachzuvollziehen sind, aber oft ist festzustellen dass Gesetze die bei Ausländer angewendet werden viel zu lasch sind und für Deutsche viel zu hart. Wir haben nur ein Gesetz.

"Hotel" kann ich auch nicht nachvollziehen. Wem klar ist, welche Parallelwelt teilweise in Gefängnissen aufgebaut werden, muss klar sein, dass das kein Honigschlecken sein kann.

Wir sind leider seit 1945 sehr verwöhnt was Konflikte auf deutschem Boden angehen. Auch bei Naturkatastrophen mit hohen Opferzahlen hatten wir nicht zu beklagen. Daraus ergibt sich nach über 70 Jahren Friede und Ruhe eine gefühlte Sicherheit, die aber schnell durch äußere Umstände gefährdet wäre. Das würde insbesondere Jugendliche sehr schwer treffen.