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Übersicht / Wissenschaft & Technik

Das neue Zeitalter ist längst da: CRISPR/Cas-Methode

  • 10 Beiträge
Autor Beitrag

Compton_Wealth 36

Compton_Wealth

Legende
14.952 Beiträge

13.08.17, 21:28 Uhr

Noch nie zuvor war es so leicht, Genome Editeering an lebenden Organismen durchzuführen. Die relativ neue Methode nennt sich - etwas schleppend - CRISPR/Cas (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats). Dieses merkwürdige Kürzel steht für ein neues Verfahren, um DNA-Bausteine im Erbgut zu verändern, so einfach und präzise, wie es bis vor kurzem unvorstellbar war. Die Details sind leider vom fachfremden Hirn  - zumindest von meinem - schwer zu verdauen. Deswegen zitiere ich lieber.

"CRISPR (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats) sind Abschnitte sich wiederholender DNA (repeats), die im Erbgut von vielen Bakterien und Archaeen auftreten. Sie dienen einem Mechanismus, dem CRISPR/Cas-System, der Resistenz gegen das Eindringen von fremdem Erbgut durch Viren oder Plasmide verschafft, und sind hierdurch ein Teil des Immunsystem-Äquivalents von vielen Prokaryoten. Dieses System bildet die Grundlage der gentechnischen CRISPR/Cas-Methode zur Erzeugung von gentechnisch veränderten Organismen." (https://de.wikipedia.org/wiki/CRISPR)


"Diese Kombination aus Erkennen und Schneiden macht man sich beim Gene Editing zu Nutze. Bei der einfachsten Variante injiziert man RNA in die Zelle, die ein Protein namens Cas9 und eine beliebige Erkennungssequenz kodiert. Die Zelle stellt anhand der RNA das Protein her, dieses findet die beigefügte Erkennungs-RNA und geht an die Arbeit: Cas9 schneidet doppelsträngige DNA – und zwar genau an der Stelle, die ihm das assoziierte RNA-Stück vorgibt. Da man RNA mit einer beliebigen Sequenz künstlich herstellen kann, schneidet eine solche Kombination jedes beliebige Genom an jeder beliebigen Stelle, zumindest theoretisch." (http://www.spektrum.de/wissen/wie-funktioniert-crispr-cas9/1441060)

In der Medizin ergeben sich Möglichkeiten, die schon näher an der Umsetzung sind als es viele von uns sich denken. Bereits wurde bei dutzenden Embryonen mithilfe dieser Technik ein Gen repariert, das für eine Herzmuskelschwäche verantwortlich ist. (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/forschern-gelingt-praezise-genreparatur-an-embryonen-15139492.html)

Ich persönlich halte es für keine Übertreibung, dass wir - u.a. zusammen mit zunehmender Vernetzung, Automatisierung und Robotisierung - uns auf ein Zeitalter zubewegen, das wir bisher nur aus spektakulärer Science Fiction kannten. Grundsätzlich stehe ich dieser Entwicklung positiv und neugierig gegenüber. Allerdings ergeben sich ethische Fragen automatisch und zu Recht (http://www.zeit.de/2016/27/gentechnik-crispr-anwendungsgebiete-kritik http://www.rp-online.de/politik/analyse-zu-neuer-gentechnik-crispr-cas9-revolution-im-gen-labor-aid-1.6069182). Denn noch nie war es so einfach, an der biologischen Basis unserer individuellen Existenz herumzuschnippeln. Und vom Missbrauch für militärische Forschung oder düstere Geschäfte, um Superreichen den perfekten Körper zu verschaffen, noch gar nicht zu sprechen. Aber doch: Sprechen wir auch über letzteres. Wenn es mit dieser Methode z.B. möglich ist, dein Leben um vielleicht 30 Jahre zu verlängern, sollte dies dann eine medizinische Leistung werden, die jedem z.B. per Krankenkassen zugänglich sein sollte?

Ganz nebenbei: Für das Genome Editing von Pflanzen ergeben sich völlig neue Möglichkeiten. Denn auch die Gentechnik wird nicht mehr dieselbe sein. Umstrittene "Zusatzstoffe" sind nicht mehr notwendig. Auch wenn das ideologisch verbarrikadierte Köpfe nicht entbarrikadieren wird. (http://www.transgen.de/forschung/2564.crispr-genome-editing-pflanzen.html)

Stell dir vor, die Revolution findet längst statt und keine Sau interessiert's. Denn wir beschäftigen uns lieber mit Halalklos und Eiern, deren Verzehr unbedenklich ist. (http://www.bfr.bund.de/cm/343/gesundheitliche-bewertung-von-ersten-analysenergebnissen-zu-fipronilgehalten-in-lebensmitteln-in-deutschland.pdf)

Ich möchte hier gern eine Diskussion anregen darüber. Wie seht ihr diese Zukunft? Wird diese Technik nichts wirklich verändern? Kommen die Veränderungen schleichend? Übertreibe ich maßlos?

"Stell dir vor es ist 1 Krieg aber keiner gehts hin" (Jon Lemon)

Sommer69 49

Sommer69

Großmeister
3.750 Beiträge

Vor zwei Tagen, 07:18 Uhr

6603542789831459088.jpg

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_84478722/yuval-noah-harari-wir-koennen-das-paradies-oder-die-hoelle-auf-erden-schaffen-.html?utm_source=feeds&utm_medium=puls-web-app&utm_campaign=topthemen-link1

Compton_Wealth 36

Compton_Wealth

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14.952 Beiträge

14.08.18, 21:48 Uhr

Das Urteil des EuGH ist ein heftiger Rückschlag für die Wissenschaft. Letztere hat gegen die Angst verloren, Chancen werden kaum Chancen eingeräumt.

https://www.spektrum.de/kolumne/der-lange-schatten-der-ideologien/1580714

"Aus naturwissenschaftlicher Sicht leuchtet das Urteil des Europäischen Gerichtshofs nicht ein. Lebewesen mit gezielt durch CRISPR/Cas9 und andere Gene-Editing-Verfahren erzeugten Mutationen zählen zu den genetisch veränderten Organismen (GVO) im Sinn der EU-Richtlinie. Demnach müssen sie ein aufwändiges Zulassungsverfahren durchlaufen, bevor sie zum Beispiel auf einem Feld wachsen dürfen. Kurios ist die ausdrückliche Ausnahme: Alte Techniken, die durch radioaktive Strahlung oder erbgutverändernde Chemikalien solche Mutationen nach dem Zufallsprinzip erzeugen, bleiben erlaubt. Diese seien lange bewährt und sicher, so das Gericht.

[...]

Dass das Gericht sich zu solcher argumentativer Akrobatik hinreißen lässt, um selektiv die molekularbiologischen Verfahren einzuschränken, ist ein Indiz dafür, wie stark der ideologische Konflikt hinter dem Rechtsstreit die öffentliche Debatte inzwischen prägt.

[...]

Die Entscheidung trägt der diffusen Ablehnung Rechnung, die der Gedanke an »Gentechnik« aller Art bei vielen Menschen auslöst – ganz unabhängig von den konkreten Eigenschaften der jeweiligen Pflanzen oder Tiere. Die gesellschaftliche Debatte um gentechnische Verfahren ist in letzter Konsequenz keine fachliche, sondern eine weltanschauliche. Dem trägt das Urteil Rechnung."

 

"Stell dir vor es ist 1 Krieg aber keiner gehts hin" (Jon Lemon)

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29.03.18, 21:32 Uhr
Beitrag:

Ich frage mich in diesem Zusammenhang, ob diese Technologie zum Wohle des Menschen eingesetzt wird, oder eher zu dessen Nachteil.

Was ist schon "Wohl"? Die beiden Atomwaffen in Japan haben auch offiziell "viele Leben gerettet".

Es zählt nicht das "ob zum Wohl oder zum Nachteil".. es zählt nur "WER" macht etwas "WANN" gegen "WEN". Der Mensch ist ein Raubtier.

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16.11.17, 12:08 Uhr
Beitrag von Compton_Wealth 36 :

Noch nie zuvor war es so leicht, Genome Editeering an lebenden Organismen durchzuführen. Die relativ neue Methode nennt sich - etwas schleppend - CRISPR/Cas (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats)…

Ich frage mich in diesem Zusammenhang, ob diese Technologie zum Wohle des Menschen eingesetzt wird, oder eher zu dessen Nachteil.

Ignition 45

Ignition

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405 Beiträge

27.10.17, 19:20 Uhr
Beitrag von Compton_Wealth 36 :
Das wird sich in Zukunft ändern. Gerade wenn man gezielt genetisch bedingte Krankheiten verhindern oder heilen möchte, wird man auch unweigerlich nach und nach die genetischen "Schalter" zum Enhancing finden. Das kommt auf jeden Fall. Dann muss …

Da stellt sich mir die Frage:

Ist der Mensch überhaupt intelligent genug für so etwas, hat er überhaupt irgendwann die Fähigkeit etwas in dieser Richtung am Genom ändern zu können, ohne etwas kaputt zu machen, oder auch nicht mehr lebensfähig, dank Genveränderung?

"Um was sollte es sich bei ihrem Beitrag als Antwort zu dem vorangegangen Post handeln?"
Gar nicht so schwer, um Substanziell reduzierte, essentiell Antipragmatische Kunst. ;)
"Wie bitte?"
Ich hab einfach etwas hingeschmissen. :D

Compton_Wealth 36

Compton_Wealth

Legende
14.952 Beiträge

19.10.17, 00:59 Uhr
Beitrag von Ignition 45 :

Hmmm, um Design-DNA zu erschaffen, bzw. einen Menschen "umzubauen" besser gesagt zu "verbessern" müsste man doch eigentlich erst wissen, welche Abschnitte für was ganz genau zuständig sind. Vielleicht schneidet man auch etwas essentielles we…

Das wird sich in Zukunft ändern. Gerade wenn man gezielt genetisch bedingte Krankheiten verhindern oder heilen möchte, wird man auch unweigerlich nach und nach die genetischen "Schalter" zum Enhancing finden. Das kommt auf jeden Fall. Dann muss die Frage beantwortet werden, was ist noch medizinische Behandlung und was ist bereits Superpower.
"Stell dir vor es ist 1 Krieg aber keiner gehts hin" (Jon Lemon)

Walera 34

Walera

Urgestein
870 Beiträge

18.10.17, 23:28 Uhr
Beitrag von Compton_Wealth 36 :

Noch nie zuvor war es so leicht, Genome Editeering an lebenden Organismen durchzuführen. Die relativ neue Methode nennt sich - etwas schleppend - CRISPR/Cas (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats)…

 

Übertreibe ich maßlos?

 

Nein. Wenn man Wissenschaftsmagazine verfolgt, dann ist mindesten einmal die Woche ein Bericht über etwas bei dem die CRISPR/cas Methode verwendet wurde. Und jedes mal denke ich, dass man das noch vor nicht mal zwei Jahren als Science-Fiction abgetan hätte. 53.gif

Ignition 45

Ignition

Meister
405 Beiträge

06.10.17, 00:04 Uhr

Hmmm, um Design-DNA zu erschaffen, bzw. einen Menschen "umzubauen" besser gesagt zu "verbessern" müsste man doch eigentlich erst wissen, welche Abschnitte für was ganz genau zuständig sind. Vielleicht schneidet man auch etwas essentielles weg, dass man lieber nicht entfernen hätte sollen? Eventuell würde auch ein "einfaches Umprogrammieren" genügen, statt rumzuschnippeln.

Wir haben auch virale Teile im Erbgut, die für uns teilweise auch sehr nützlich sind.

Man bedenke, dass vom Prinzip her die "Schalter" bei den Genen uns zu das machen was wir sind, "Menschen".

"Um was sollte es sich bei ihrem Beitrag als Antwort zu dem vorangegangen Post handeln?"
Gar nicht so schwer, um Substanziell reduzierte, essentiell Antipragmatische Kunst. ;)
"Wie bitte?"
Ich hab einfach etwas hingeschmissen. :D

Compton_Wealth 36

Compton_Wealth

Legende
14.952 Beiträge

04.10.17, 20:43 Uhr

27.gif

(04.10.2017) Wie schon im Vorjahr Jahren gehörten sie auch 2017 wieder zu den Top-Favoriten für den Nobelpreis: Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier, die beiden „Erfinderinnen“ des CRISPR/Cas9-Systems, mit dem Erbgut verändert werden kann – so schnell, präzise und zuverlässig wie nie zuvor. Erneut gingen sie leer aus. Noch immer wird um die Patentrechte gestritten, inzwischen sogar heftiger als zuvor. Es geht um sehr viel Geld und es kann noch Jahre dauern, bis Klarheit herrscht. Da will das Stockholmer Nobelpreiskomitee nicht Partei ergreifen.

http://www.transgen.de/aktuell/2595.nobelpreis-crispr-patente.html

 

"Stell dir vor es ist 1 Krieg aber keiner gehts hin" (Jon Lemon)