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Übersicht / Aktuelles

Gentrifizierung – die Vertreibung der Armen

  • 26 Beiträge
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Einsteiger
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27.04.16, 19:29 Uhr (geändert 08.04.17, 01:41 Uhr)

Dönerläden werden zu Bioläden. Alte baufällige Wohnungen werden zu angesagten Luxuslofts. Was hier passiert, wird Gentrifizierung gennant. 

Was ist Gentrifizierung?
Kurz gesagt: Eine "niedere" Gesellschaft wird durch einer "höhere" ausgetauscht. Zum Beispiel: Ein Viertel, welches von einfachen Arbeitern bewohnt ist, wird nach und nach von Menschen mit einem höheren Einkommen bezogen. Die günstigen Grundstück- und Immobilienpreise geben den neuen Bewohnern die Möglichkeit ihre Umgebung so zu gestalten, wie sie es gerne hätten. Die Veränderung durch relativ wohlhabende Mieter oder Käufer, ist meist für alteingesessene nicht mehr tragbar. Höhere Mieten, Verkauf oder Vermietung an gewünschte Klientel führen zu Abwanderung der alten und ärmeren Bevölkerung.

Die Folgen:

Positiv:
– Durch das Kapital der neuen Bewohner wird das Stadtbild und das Viertel/das Dorf modernisiert.
– weniger Schmutz und Kriminalität in den Orten
– neue Arbeitsplätze können geschaffen werden
– kinderfreundliche Umgebungen entstehen
– mehr Kultur und Bildung
– mehr Tourismus
– mehr Geld für die Städte/Dörfer etc.

Negativ:
– Menschen verlieren Ihr Zuhause und/oder ihre Heimat
– Wenig bis gar keine Mitbestimmung der ärmeren Bevölkerung
– Spaltung der Gesellschaft
– Hohe Mieten/hohe Kaufpreise

Klar eine Stadt oder eine Gesellschaft verändert sich. Alles was lebt verändert sich. Das ist natürlich. Ist es aber fair, dass nur ein kleiner Teil von der Veränderung profitieren kann? 

Gentrifizierung hat zur Folge, dass Menschen einfach so auf die Straße versetzt werden. Das sie ihre Heimat verlieren, zum Wohle einer wirtschaftlich stärkeren Bevölkerung. Ich halte das für ziemlich unfair und wenig durchdacht. Denn die Probleme werden dadurch nicht behoben, sondern lediglich verschoben und neue geschaffen. 

Ich denke der soziale Wohnungsbau sollte gefördert werden. Es sollte auch keine Enteignung stattfinden oder Rauswurf nur um ein besseres Szene Bild zu erschaffen. 

Was denkt ihr über die Gentrifizierung? 

 

PS: Da das Thema echt komplex ist, habe ich einen kleinen Beitrag darüber geschrieben.Wer mag kann ihn gerne lesen, falls einige Dinge unklar geblieben sind (für Quelle anklicken) 

Tina4911 49

Tina4911

Mythos
18.273 Beiträge

28.07.16, 12:16 Uhr
Beitrag:

Ich habe es nicht einfach und plakativ gesagt, sondern einen Bericht mit nachvollziehbaren Fakten geschrieben. Natürlich gibt es viel mehr Aspekte um dieses Thema. Das ist Seiten füllend um das "Für und Wider" von aktuellen Wohnungsbau Maßnahm…

Ganz einfach: Bauhaus ist so ein Schlagwort. Prinzipiell find ich dabei einige Ansätze sehr sinnvoll: Reduzierung, Konzentration auf Nützliches, Funktionales, Einsatz neuer Materialen, Licht als wichtiges Element beim Wohnen/Bauen, gemeinsam genutzte Bereiche. Aber die, die das jetzt umsetzen müssten, haben, wie du ja auch sagst, selten mal selber langfristig eingeschränkt gewohnt, eine eigene Erfahrung fehlt da. Gut gemeint ist nicht immer gut.




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Einsteiger
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28.07.16, 12:03 Uhr
Beitrag von Tina4911 49 :

Das putzige ist ja: Bauhausstil ist total in. Bei den Leuten, die sich ab 200qm aufwärts für Mutter/Vater/Kind (oder gern auch Hund statt Kind) leisten...und das sind nicht selten Architekten.

Ich habe es nicht einfach und plakativ gesagt, sondern einen Bericht mit nachvollziehbaren Fakten geschrieben. Natürlich gibt es viel mehr Aspekte um dieses Thema. Das ist Seiten füllend um das "Für und Wider" von aktuellen Wohnungsbau Maßnahmen" und Bausünden der vergangenen Zeit zu beleuchten.

Außerdem kommt noch der Faktor des sozialen Backgrounds der Menschen dazu. Was das Bespiel "Bauhaus Stil/Wohnen" als eher elitäres, künstlerisches Element dabei soll, erschließt sich mir nicht.

Marcbw_78 52

marcbw_78

Veteran
16.769 Beiträge

28.07.16, 12:03 Uhr
Beitrag von Auriga 48 :

Man hat den sozialen Wohnungsbau die letzten Jahren sträflich vernachlässigt. Vermutlich basierend auf falschen Annahmen und Prognosen. Seit letzten August haben sich die Prognosen quasi über Nacht verändert. Jetzt sind die Politiker aus ihrem …

während der regel vermehrt sich keiner... jaja der flüchtling schnackselt gern gell...
Ich füttere Trolle, denn die sind der letzte klägliche Rest an Unterhaltung hier...

Auriga 48

Auriga

Legende
7.634 Beiträge

28.07.16, 11:59 Uhr

Man hat den sozialen Wohnungsbau die letzten Jahren sträflich vernachlässigt. Vermutlich basierend auf falschen Annahmen und Prognosen. Seit letzten August haben sich die Prognosen quasi über Nacht verändert. Jetzt sind die Politiker aus ihrem Dornröschenschlaf aufgewacht und haben festgestellt, wir brauchen schnell ausreichend Wohnraum für Flüchtlinge. Da Flüchtlinge in der Regel sehr fruchtbar sind, sollte man mindestens 4 bis 5-Raum Wohnungen einplanen.

Wer schweigt, stimmt nicht immer zu. Er hat nur manchmal keine Lust, mit Idioten zu diskutieren. Albert Einstein

Tina4911 49

Tina4911

Mythos
18.273 Beiträge

28.07.16, 11:52 Uhr
Beitrag:

Das ist ein sehr schwieriges Thema, um es mal einfach und plakativ zu sagen, sind Architekten keine Soziologen und Soziologen keine Architekten und alle sind vom Kapitalismus geleietet, weil Angebot und Nachfrage eine ökonomisches Prinzip ist.…

Das putzige ist ja: Bauhausstil ist total in. Bei den Leuten, die sich ab 200qm aufwärts für Mutter/Vater/Kind (oder gern auch Hund statt Kind) leisten...und das sind nicht selten Architekten.




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Einsteiger
0 Beiträge
27.07.16, 12:20 Uhr

Das ist ein sehr schwieriges Thema, um es mal einfach und plakativ zu sagen, sind Architekten keine Soziologen und Soziologen keine Architekten und alle sind vom Kapitalismus geleietet, weil Angebot und Nachfrage eine ökonomisches Prinzip ist.

Walter Gropius ein sehr bedeutender Architekt hat in den 60er Jahren einen Baustil geprägt, der zum Ziel hatte unseren damals schon kostbaren Boden, so effizient wie möglich zu nutzen. Hoch und breit war die Devise. Hongkong oder Singapur vertreten heute noch dieses Prinzip, denn Singapur hat die Fläche Hamburgs, ist aber fast 6 x so groß. Also konnte es nur in die Höhe gehen. Diese Bausünden sind in der ganzen BRD begangen worden, weil man wirtschaftlich dachte, aber man hat den Menschen vergessen. Menschen in Singapur oder allgemein Aisien haben eine andere Einstellung, eine andere Mentalität zu Distanz und Nähe. Ich vergleiche die "Sky Craper" und deren Bewohner mit Ameisenhügeln.

Seit dem Film "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", die authentische Geschchte der Christiane F, welche die Karriere einer Drogenkarriere schildert, ist für mich auch die eindruckvollste Kritik an der Konzeption von Gropius zu finden.

Eine Szene, gleich zu Beginn zeigt ein kleines Mädchen, vielleicht 4 oder 5, die an dem Fahrstuhl mit unzähligen Knöpfen nicht an Einer der Höhern herankommt und daher in den Farstuhl rinieren muss  Exemplarisch für Wohnungbau in den 60er.

Europäer kann man nicht zusammnpferchen wie Vieh. Deshalb gab es in den späten 70er ein Umdenken und mit der Wende 1989 nochmal. Sozialer Wohnungsbau wurde propagiert und umgesetzt. Aber jede Veränderung im Kapitalismus hat nicht nur Ihr Gutes. Auf Grund der Modernisierungen in den Innenstädten wurden alte Bauten saniert oder abgerissen. Das hatte natürlich auch etwas mit Demografie und Veränderung der Gesellschaft zu tun. Die alten Bauten wurden oft noch von der Kriegsgeneration bewohnt oder von ausländischen Mitbürgern, weil sich die "alten Leutchen" keine Veränderung wünschten und die Ausländer billigen Wohnraum brauchten, da sonst Keiner mehr in die alten Häusser gezogen wäre. Also eine sogenannte Win-win Situation.

Nach den Modernisierungen, die einfach auch notwendig waren, weil die Inrastruktur angepasst werden musste, wurden die Stadtkerne durch neue Bauten oder durch Sanierung natülich teurer. Die älterere Generation starb weg, die Jungen, meist Erben bauten sich ein Häuschen auf der grünen Wiese. Die Ausländer, die nicht zu Wohlstand kamen wurden durch teuere Mieten aus den Innenstädten teilweise verbannt. Die Bauten im Stile Gropius wurden aber nicht alle abgerissen. Das wäre zu teuer gewesen und so begaben sich viele Ärmere Mitbürger in die Randzonen der Städte mit Plattenbauten und Hochhäusern.

Ich glaube nicht, dass da eine Absicht dahinter steckte, denn die Folgen sind meist erst viel später festzustellen. Denken Sie auch an die  Banlieus in und um Paris, die sozialer Sprengstoff beherbergt. Das ist auch ein Preis des Kapitalismus. Andereeits kann man von Politikern erwarten, dass für alle Schichten bezahlbare Wohnungen geschaffen werden.

Der Gesetzentwurfder SPD zu mehr sozialen Wohnungsbau erhielt im Parlament keine Mehrheit. Wieder eine Chance vertan und vor den Bundestagswahlen 2017 und der anstehenden Sommerpause werden soviele Gesetze leider nicht mehr verabschiedet werden.

Flüchtlinge dauerhaft in Bretterbaracken zu beherbergen ist nicht das Rad des Erfinders. Deshalb müssen bezahlbare Wohnugen für Alle her. Hier macht man sich offensichtlich ein neues Spannungsfeld auf oder soll die Botschaft zumindest an Flüchtlinge lauten. "Nur vorüber gehend geduldet", Und: Es gilt das Recht es Stärkeren oder Intelligenteren. Die werden sich durchbeißen und die letzten beißen die Hunde.            

Mark 43

Mark

Inventar
58.110 Beiträge

27.07.16, 11:20 Uhr
Beitrag von Compton_Wealth 36 :

Jemanden so lange zu schikanieren bis er die Wohnung verlässt würde ich nicht unbedingt als freiwillig bezeichnen. Oder die Mieten nach oben zu jagen obwohl man genau weiß, dass die Mieter das nicht bezahlen können.

 

Das mit dem Schikanieren halte ich für Einzelfälle, auf die sich die Presse gern stürzt.

Ja, schon. Das ist aber trotzdem ein Grund, wieso man bei neuen Mietern sehr aufpasst und sie genau durchcheckt. Da geht es dann im Endeffekt gar nicht so arg drum, Geld zu scheffeln, sondern vor allem darum, zuverlässig regelmäßig sein Geld zu bekommen. Das Beste, was einem Vermieter doch passieren kann, ist ein unauffälliger Mieter, der pünktlich zahlt und von dem man nichts hört.

Religionskriege sind Konflikte zwischen erwachsenen Menschen, bei denen es darum geht, wer den cooleren imaginären Freund hat.
"Meine Lieblingsweinsorte ist Bier." -Danny Messer
Gemüse ist wie Gewalt. Es ist keine Lösung.
Qui s'y frotte s'y pique.

Tina4911 49

Tina4911

Mythos
18.273 Beiträge

04.05.16, 18:30 Uhr
Beitrag von Compton_Wealth 36 :

Jemanden so lange zu schikanieren bis er die Wohnung verlässt würde ich nicht unbedingt als freiwillig bezeichnen. Oder die Mieten nach oben zu jagen obwohl man genau weiß, dass die Mieter das nicht bezahlen können.

 

Die Frage ist auch: sind die Mieter denn immer die Unschuldsengel?

Was da nun häufiger vorkommt, kann ich nicht beurteilen, vielleicht gibt's dazu sogar Statistiken. Es gibt sowohl Vermieter/Investoren, die ohne Rücksicht auf Verluste nur an ihren Profit denken, wie auch Mieter, die die Vermieter durch ihre fehlende Zahlungsmoral in Bedrängnis bringen.

Unsere Gesetze gehen immer davon aus, dass sich der Vermieter in der finanziell stärkeren Position befinden, und schützen daher den "schwächeren Part". Ist sicher auch oft angebracht, aber wer z.B. ein geerbetes Haus vermietet und vorher in die Renovierung investiert hat, kann durch ein paar fehlende Monatsmieten in den Ruin getrieben werden.

Mein Wunsch, in der Richtung zu investieren, wäre ziemlich verschwindend: einmal nen Mietnomaden erwischen, oder auch eine Familie, die man per Härtefallregelung nicht aus der Wohnung bekommt, und schon geht alles den Bach runter.

Genossenschaftssysteme wie in Wien haben was!




Nihim 22

Nihim

Guru
2.446 Beiträge

03.05.16, 20:48 Uhr

Nett finde ich dahingehend ja die Forderung nach Mietpreisbremsen, welche immer mal wieder aufkommt.

Blöd nur, dass dann die bösen Vermieter die Wohnungen nicht mehr auf dem Mietwohnungs-, sondern auf dem Eigentumswohnungsmarkt anbieten werden, da sich Ersterer bei einer Mietpreisbremse vergleichsweise weniger lohnt oder die Wohnungen aufgrund der im Regelfall enthaltenen Ausnahmeregelung bei Renovierungen erneuert werden, was den anschließenden Preis wiederum noch weiter in die Höhe treibt.

Gut gemeint ≠ Gut gemacht

Konservatismus bedeutet, die Verfehlungen der Vergangenheit aufrechtzuerhalten.