Ich denke, dass hier jeder weitere Kommentar überflüssig ist...

Der Klimawandel in Frankfurt kennt keine Ferien

Die Aktivisten   wollen auch in den Ferien auf den Klimawandel aufmerksam machen. Deshalb sammeln sie Müll in Frankfurt und fischen zwei große Funde aus dem Main.

Die Touristen zücken ihre Handys und fotografieren die ungewöhnliche Szene auf dem Römerberg. Ob sie denken, dass so etwas in Frankfurt immer passiert, ist nicht bekannt. Fest steht, dass bei der Müllsammelaktion der Protestbewegung „Fridays for Future“ eine beachtliche Menge Unrat zusammenkam – mehrere Dutzend Müllsäcke und auch zwei Fahrräder.

Etwa 100 Schüler hatten sich am Freitagmittag vor dem Rathaus getroffen, um etwas für die Umwelt zu tun. An mehreren Stellen in der Stadt wollten sie Müll sammeln und erneut ein Zeichen setzen. „Das Klima macht keine Ferien“, sagte Konstantin Nimmerfroh vom Organisationsteam. Deshalb sollen die Aktionen der Protestbewegung auch in den zwei Ferienwochen weitergehen. Die Teilnehmer bekamen vom Frankfurter Entsorgungsbetrieb FES einige Müllgreifer und Handschuhe gestellt. Die Aktivisten setzten zudem auf biologisch abbaubare Müllsäcke.

Unter den Teilnehmern war auch der 18 Jahre alte Luca, der bei den sonst stattfindenden Demos öfter als Ordner fungiert. Die Aktion habe für ihn einen symbolischen Wert. „Wir ändern damit heute nicht die Welt“, sagte er. Aber gerade die Politiker sollten sehen, dass die Jugendlichen etwas machten und nicht nur redeten. Genau das warf er den Politikern vor: „Sie reden, aber es passiert nix.“ Die Aktion in den Ferien soll zeigen, dass es den Schülern nicht ums Schwänzen gehe, sondern dass sie für ihre Forderungen einstünden.

Neben den Schülern beteiligten sich auch Erwachsene an der Sammelaktion. Tanja Herbe aus dem Main-Taunus-Kreis erzählte, dass ihr fünfjähriger Sohn Maximilian unbedingt beim Müllsammeln mitmachen wollte. „Wir reden zu Hause auch über die Freitagsdemos der Schüler“, sagte die zweifache Mutter. Sie finde das Engagement der jungen Menschen sehr gut. „Ich hätte mir gewünscht, dass heute noch ein paar mehr kommen.“

Die 17-jährige Linda hofft, dass sie mit der Aktion andere dazu ermutigen kann, sich anders zu verhalten. Momentan werde viel Müll achtlos weggeworfen, häufig auch obwohl der Mülleimer nur ein paar Schritte entfernt steht. „Wir wollen den Politikern zeigen, dass uns das Thema wichtig ist und wir nicht nur zu Hause sitzen.“ Dort versuche auch ihre Familie etwas für das Klima zu tun, indem sie das Auto mal stehenlasse, Ökostrom beziehe und auf Plastik verzichte.

Nach fast zwei Stunden präsentierten die Gruppen ihre gesammelte Ausbeute. Ein paar Schüler hatten sogar zwei Fahrräder aus dem Main gefischt. Schließlich kamen noch Aktivisten von „Extinction Rebellion“ auf den Römerberg und trugen symbolisch die Zukunft in Form eines Sargs zu Grabe.

Der Trauermarsch samt Trauerrede und Gesang sollte verdeutlichen, dass es höchste Zeit sei, etwas zu ändern. Ein paar Schüler schlossen sich dem kleinen Marsch an, um durch die Stadt zu ziehen.

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