Beitrag von Nasenzwicker 58 :

Das ist richtig. Die Fälle Kachelmann oder Türk zeigen wie schwierig eine Beweisfeststellung ist, da es sich in der Regel um intime Handlungen handelt, die sich im Regelfall auf 2 Personen beschränkt. Das Ganze lässt sich ausweiten auf Verkehr…

Nur frage ich mich, um mich in ein weibliches Opfer zu versetzen, was bei schwerer sexueller Demütigung in mir vorgeht? Jede Person wird das anders verarbeiten, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man diesen Vorfall nur für sich selbst behalten kann. Gerade bei Frauen ist doch der Austausch mit Freundinnen sehr wichtig und die werden bei gesundem Menschenverstand zur Anzeige raten.

Ganz ehrlich? Ich bezweifel das ganz stark dass man sich da an seine beste Freundin wenden möchte. Der Austausch zu Freunden ist zwar wichtig, aber grade in solch einer Angelengenheit schweigt man. Man schweigt, und verarbeitet es über Zeit bis man bereit ist jemandem vielleicht mal davon zu erzählen. Ich rede zwar von Erfahrung aber nicht in einem solchen Umfang, mein Fall war etwas anderes und eigentlich auch nur "erregung öffentlichen Ärgernisses" und gewissermaßen "sexuelle Belästigung". Ich rede vor freunden immer allgemein von belästigungen, aber von diesem einen Fall rede ich nicht. Davon wissen nur zwei Leute, und zwar mein damaliger Freund, und mein jetziger. Und es hat mich allein schon in meinem kleinen Fall  der eigentlich echt nicht so schlimm war schon unglaublich viel Mut gekostet es einer Person zu erzählen. Vor anderen Schweige ich noch heute. Und tatsächlich, sind die Gedanken bei einer solchen Aktion paradoxer Weise. "es ist meine schuld", "ich habe das verdient" , "Polizei bringt nix, weil anzeige gegen unbekannt"... 2 Jahre später habe ich es bereut nicht zur Polizei gegangen zu sein,.. Und ja, man traut sich doch tatsächlich die Themen eher in Medien zu offenbaren, als im privaten Kreisen. Im Übrigen hat mein damaliger Freund mir von ner Anzeige abgehalten, eben weil sie nix bringen würde.. Vielleicht hätte sie es aber getan. Heute würde ich die Person nichtmal mehr erkennen wenn sie vor mir steht. Also ja entgegen der Erwartungen der Menschen denen sowas bisweilen nciht widerfahren ist, handelt man absolut nicht rational. Und deswegen kann ich verstehen wieso es Metoo gibt. 

 

Edit: Gleihzeitig bin ich wohl aber doch noch so sehr davon beeinflusst, dass ich es kleiner rede als es ist. Ist übrigens auch etwas das man nach einem solchen erlebnis tut. "es ist doch nicht so schlimm" "ist nur was kleines" zu sagen, egal was für einen Umfang es für einen selbst hat. Einfach weil wenn man jemand anderen damit konfrontiert, man sogleich einer Urteilung unterzogen werden würde. Und nur dahingeredet, erscheinen viele Erlebnisse eher nichtig. Erlebt man sie, sind es ganz andere emotionale Maße. Ich bin ehrlich. Ich kann es nicht rational beurteilen ob es etwas kleines oder etwas großes war. Für mich war es etwas großes. Andere würden mich wohl dafür auslachen das so zu sehen. Aber andere waren in dem Moment auch nciht ich.