Beitrag von Tina4911 49 :

Ich finde es nur wahnsinnig schwierig zu entscheiden, inwieweit da Druck zum Tragen kam. Ein Filmemacher wird doch kaum vor Publikum zu einem Möchtegernnachwuchsfilmstar sagen: "Kannst die Rolle haben, aber nur, wenn du mich ranlässt". Das …

Das ist richtig. Die Fälle Kachelmann oder Türk zeigen wie schwierig eine Beweisfeststellung ist, da es sich in der Regel um intime Handlungen handelt, die sich im Regelfall auf 2 Personen beschränkt. Das Ganze lässt sich ausweiten auf Verkehrsdelikte ohne Zeugen usw.

Ohne verlässliche Zeugenaussagen wird die Angelegenheit sehr schwierig und die Ausgangslage ist fifty-fifty.

Nur frage ich mich, um mich in ein weibliches Opfer zu versetzen, was bei schwerer sexueller Demütigung in mir vorgeht? Jede Person wird das anders verarbeiten, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man diesen Vorfall nur für sich selbst behalten kann. Gerade bei Frauen ist doch der Austausch mit Freundinnen sehr wichtig und die werden bei gesundem Menschenverstand zur Anzeige raten.

Natürlich wird es auch die Sorte Frau geben, die sich sagen, dass das Alles Teil meiner Karriere sein wird und wenn ich nach oben will gehört das dazu. Aber: Dann werden Frauen doch so schlau sein und das Sexabenteuer freiwillig eingehen und Frauen haben die Möglichkeit das Sexspiel zu kontrollieren. Eine offensive Herangehensweise und der Mann ist in 1 Minute fertig ohne das sich die Frauen ausziehen.

Ich gehe davon aus, dass es eine Punkt gibt, wo diese "Freiwilligkeit" der Frauen gebrochen wird und ab da ist es auch nicht mehr einvernehmlicher Sex und damit strafbar.

In allen Fällen glaube ich, dass das der Seele auf Dauer nicht gut tut, denn es sind seelische Verletztungen, sogar bei Freiwilligkeit, denn es ist im Prinzip nicht freiwillig, sondern Erpressung und Nötigung.

Also zu argumentieren, dass mir sowieso keine Genugtuung von gesetzlicher Seite widerfahren wird und deshalb eine Straftat nicht zur Anzeige bringe halte ich für falsch, denn es lässt die Täter so zurück, dass sie glauben weiter so handeln zu können und die Opfer erleiden seelische Schmerzen. 

Es weiß kein Opfer von vorne herein, wie ein Prozess ausgehen kann. Das ist Risiko und Chance zugleich, aber Metoo ist doch so erfolgreich und glaubhaft geworden, weil es mutige Frauen und Männer gab, die nicht länger geschwiegen haben, weil Sie auch nicht länger konnten und je mehr Stimmen in dieser Richtung desto besser. 

Ich persönlich glaube an sehr wenige Fälle, wo eine Frau zum Täter wurde. Nicht in diesem Zusammenhang mit Abhängigkeitsverhältnissen. Dazu ist die Geschlechterrolle zu stark definiert. 

Ob es ein Durcheinander in den Medien gäbe, wäre mir als Opfer egal. Mein Bestreben läge einzig und alleine den Täter dran zu bekommen, wenn Er/Sie eine Strafbare Handlung an mir begangen hätte. Ich verstehe auch die Zurückhaltung nicht. Wenn Frauen oder Ihre Kinder in irgendeiner Weise "verletzt" werden, wehren Sie sich wie die Hyänen, aber bei schwerem sexuellen Missbrauch reagieren Sie mit "Verständnis".?

Tut mir leid, aber das kapiere ich nicht, wenn es so wäre.