Beitrag von Lirasu 37 :

Verdammt Axt,... ihr seid alle sowas von unromantisch. Wir hier drüben haben 40 Jahre nen alten Sack gefeiert, der durch den Kamin (wahlweise Fernheizung) gepoltert kam. Und ihr schafft es nicht mal ner Geburt von einem Kind etwas abzugewinne…

Ich kritisiere in der Regel politische Zustände und das ziemlich konkret.

Wenn ich mich einmal im Forum auf ein anderes Gebiet führen lasse, wie "Ist die Länge nun entscheidend oder nicht?" oder in "Wahlen zum Bundestag 2017" ein "Fass aufmache", dass gar nicht zum Thema passt, so sind das Thesen, die auf Lebenserfahrung basieren.

Ich maße mir aber nicht an, Dich oder andere zu kennen. Dass ich soviel Kritik bekomme zu meiner These "Schlager vs Parteizugehörigkeit, zeigt eigentlich, dass es eine provokante These ist, die aber gerne diskutiert wird. Logisch: Musik und Politik sind zwar konträre Spielfelder, das eine ist Muse, dass andere Realität, aber ungeheuer anziehend.

Trotzdem müsste ich eigentlich das Resümee ziehen, dass ich falsch liege, denn hier haben User sehr gute Gründe angeführt, warum eine Beziehung zu beiden Feldern keine eindeutigen Schlüsse zulassen. Meine Erfahrungen sagen etwas Anderes, aber egal. Ich bin nicht hier um Menschen mit der "Holzhammer Methode" zu überzeugen.

Weihnachten soll Jeder/Jede so feiern wie Er/Sie möchte.

Ich habe fast alle Facetten von "Weihnachten feiern" erlebt. Christlich vorbildlich in der Familie, Eltern, aber auch nur mit meiner Frau und meinem Stiefsohn. Alleine, ohne überhaupt Jemanden. Mit Freunden in der Rockfabrik, LB an Heiligabend ;-) oder im Ausland.

In Harmonie oder in der Depression.

Da ich evangelisch getauft wurde und so erzogen wurde, sind mir christliche Werte wichtig. Teile der zehn Gebote sind Hilfe für das tägliche Leben und ich würde die Bibel , eher als "Lebensfibel" sehen, als etwas Dogmatisches, dass in unserer Zeit keinen Vergleich mehr Stand hält. Bis auf Ausnahmen.

"Du sollst nicht töten". "Du sollst kein falsch Zeugnis sprechen, wider Deinen Nächsten". "Du sollst Vater und Mutter ehren". Das sind 3 Beispiele, die für mich heute noch sehr großen Wert besitzen.

Die Bergpredigt von Jesus gehört selbstverwtändlich dazu, ohne die ich kein Plädoyer für Flüchtlinge, für die Ärmsten der Armen halten könnte.

Heute feiere ich Weihnachten alleine und ich bin glücklich. Ich entsage dem Kommerz und gönne mir ein gutes, selbst gemachtes Essen und eine sehr gute Flasche Wein. Da darf es auch mal ein Barolo, ein Cran Cru aus dem Bordeaux sein oder einen Sancerre als Dessertwein. Aber nicht komplett verrückt. Ich gebe keine hundert Euro für eine Flasche Wein aus.

Silvester werde ich wie in den letzten beiden Jahren Taxi fahren und ich werde die Nacht genießen. Da ich Frührentner bin, ist der monitäre Aspekt ein Wichtiger, aber nicht der Wichtigste.

Der Wichtigste ist, mit unterschiedlichen Menschen zu kommunizieren. Ihre Stimmungen, ihre Launen einzufangen, ihre persönliche Situatuion zu erfassen, da ich sehe wo ich die Menschen hinfahre. In ein Villenviertel oder ins Flüchtlingsheim. Ich freue mich jetzt schon auf Silvester, weil ich die Nacht nüchtern und sehr schnelllebig genießen kann. Die Zeit vergeht wie im Flug und die "tote Hose Phase" zwischen 3 Uhr und 4 Uhr morgens gibt es an diesem Tag nicht, weil du nicht zur Ruhe kommst.

Den beginnenden Tag zu erleben, am Liebsten mit Sonne ist ein emotional besonderes Erlebnis. Vor Allem an diesem Tag.

Ich bin zufrieden "gestresst" und das Adrenalin flacht langsam ab. Das Emotionalste aber ist, dass ich wieder ein Jahr mehr überlebt habe und ein Neues beginnen kann. Das ist nicht selbstverständlich.

Ich fahre junge, alte Menschen, teilweise Kinder in die Krebsstationen, zur chemischen Behandlung, zur Strahlentherapie und höre Ihre Leidensgeschichten mehr oder weniger. Manchmal auch gar nicht. Aber ich weiß woher die Leute gekommen sind (von zu Hause) und ich weiß wohin sie gehen (Krebsstation, Krankenhaus).

Ich bin Agnostiker, Atheist und danke nicht Gott, dass ich lebe, sondern ich danke meinen Eltern dass ich lebe und ich danke mir selbst.