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Gedankenfetzen

Gedankenfetzen   , 31  

from Amphipolis

Chinesen versuchen sich an HIV-geschützten Embryos

Aus China wird ein weiterer kontroverser Versuch gemeldet, in das Erbgut von Menschen einzugreifen: Forscher der Guangzhou University wollten das Genom von Embryos so verändern, dass sie immun gegen HIV-Infektionen sind.

Chinesische Reproduktionsmediziner haben versucht, gegen HIV geschützte menschliche Embryos zu produzieren, was ihnen jedoch nicht gelungen ist. Dies ist der zweite Fall, in dem chinesische Forscher berichten, dass sie sich an genetisch modifizierten menschlichen Embryos versucht haben.

Die kontroversen Experimente sollen letztlich die Frage klären, ob es möglich ist, Super-Menschen zu schaffen, bei denen Erbkrankheiten wegentwickelt wurden oder die immun gegen bestimmte Krankheiten sind. "Es ist absehbar, dass sich genetisch modifizierte Menschen generieren lassen", sagt Yong Fan, Forscher an der Guangzhou Medical University, dessen Team die neuen Experimente vorgenommen hat.

Fans Team sammelte mehr als 200 Embryos im Einzell-Stadium und versuchte, in ihre DNA ein Gen einzufügen, das vor HIV-Infektionen schützt. Die Anfang April in einer wenig bekannten Fachzeitschrift für Reproduktionsmedizin veröffentlichte Studie wurde als Erstes von Reportern bei Nature entdeckt

Chinesische Forscher editierten Gen CCR5

Wie die Wissenschaftler einschränken, sind sie der Meinung, dass die tatsächliche Produktion von genetisch veränderten Babys "streng verboten" sein sollte – aber vielleicht nur so lange, bis die Technologie dafür perfektioniert ist. "Wir halten es für erforderlich, die Technologien für präzise genetische Modifikationen bei Menschen weiter zu entwickeln und zu verbessern", schreiben sie. Denn Genveränderungen könnten "Lösungen für Erbkrankheiten" und weitere Fortschritte für die menschliche Gesundheit bringen.

Bei ihren Versuchen editierten die Chinesen ein Gen namens CCR5. Manche Menschen besitzen spezielle Versionen dieses Gens, die sie immun gegen das Virus als Auslöser der Immunschwächekrankheit AIDS macht: Sie produzieren ein Protein nicht, das von HIV benötigt wird, um in Immunzellen einzudringen und sie zu übernehmen.

Ärzte in Berlin haben diesen Effekt auf beeindruckende Weise demonstriert: Sie gaben einem HIV-Patienten eine Knochenmarktransplantation von einer Person mit der schützenden Genmutation. Dadurch wurde der Mann – bekannt als der "Berliner Patient" – tatsächlich von HIV befreit.

Vor HIV geschützte Menschen erschaffen

Mit der Gen-Editiermethode CRISPR versuchten Fan und sein Team jetzt, die DNA der Embryos so zu verändern, dass sie die schützende Variante des CCR5-Gens enthält. Damit wollten sie zeigen, dass sie prinzipiell in der Lage wären, vor HIV geschützte Menschen zu schaffen.

Fast genau vor einem Jahr hatte es eine Weltpremiere bei derartigen Bemühungen gegeben: Eine andere Gruppe von der Guangzhou University berichtete, sie habe Embryos genetisch verändert, um einen Gendefekt zu reparieren, der zu der Blutkrankheit Beta-Thalassämie führt.

Dies war der Auslöser für eine Ethik-Debatte. Jeder Versuch zur Erschaffung von genmodifizierten Babys sei "unverantwortlich", erklärte im vergangenen Dezember die U.S. National Academy of Sciences, unterstützt von führenden Wissenschaftlern aus Großbritannien und teils auch aus China. Diese Botschaft schien in vielerlei Hinsicht vor allem an Reproduktionsmediziner in China gerichtet gewesen zu sein. In diesem Februar ging ein führender US-Beamter sogar noch weiter: Er bezeichnete Genmodifikationen als "Massenvernichtungswaffe" und verwies dabei explizit auf die Versuche in China.

Wunschliste in der Genetik 

Eines Tages könnte es trotzdem zur Realität werden, Menschen mit schützenden Gen-Varianten auszustatten. Das wäre ähnlich wie mit Impfstoffen, nur dass die von Geburt an im Körper einer Person wären. Und neben Schutz vor HIV gibt es eine lange Liste von Genen, die Eltern für ihre Kinder verlangen könnten. Eine bestimmte DNA-Veränderung zum Beispiel scheint Alzheimer vollständig zu verhindern, eine andere führt zu einer Verdoppelung der Muskelmasse.

Doch der Weg dahin ist noch weit, und die Experimente von Fans Team sind nach seinen Angaben weitestgehend gescheitert. Das Editieren gelang nur bei einer Handvoll Embryos, und selbst daraus wurden letztlich "Mosaike", also Mischungen aus Zellen, bei denen einige das neue Gen hatten und andere nicht.

 

 

Quelle: http://www.heise.de/tr/artikel/Chinesen-versuchen-sich-an-HIV-geschuetzten-Embryos-3169216.html


HIV und Hepatitis: Infiziert, aber nicht krank

München - Die 16. AIDS- und Hepatitis-Tage finden in München statt. Die tzsprach mit Dr. Christoph Spinner vom Klinikum rechts der Isar über die neuen Herausforderungen der Infektionserkrankungen.

 

Wenn im Körper keine Viren mehr nachweisbar sind, ist der Mensch nicht mehr ansteckend. Das ist bei harmlosen Erkrankungen nicht anders als bei Aids. Eine erfolgreiche HIV-Therapie führt zu einer nicht mehr nachweisbaren HI-Viruslast im Körper – und das ist der neben der Verhinderung der Erkrankung der beste Schutz vor Ansteckung und vor der weiteren Verbreitung der Erkrankung! Damit rücken andere Probleme der Infektion in den Vordergrund: Wann und wie wird die HIV-Infektion heilbar sein? Wie wird verhindert, dass Tumorerkrankungen bei HIV-Infizierten häufiger auftreten? Über diese und weitere Fragen wird auf dem größten deutschen Kongress zu dieser Thematik, den 16. Münchner AIDS- und Hepatitis-Tagen in München diskutiert. Die tz sprach mit Dr. Christoph Spinner vom Klinikum rechts der Isar über die neuen Herausforderungen der Infektionserkrankungen.

Letzte Woche gab es Meldungen, HIV könnte in Zukunft heilbar sein. Was ist da dran? 

Dr. Christoph Spinner: Auch ich war auf dem international größten HIV-Kongress in Boston dabei und habe Vorträge zur Heilung gehört. Es geht um sehr interessante Ansätze. Das HI-Virus schleust seine Viren in fast alle Zellen des Körpers ein und versteckt sich dort sehr geschickt in der menschlichen DNA. Kollegen aus Hamburg und Dresden haben nun Enzymscheren entwickelt, mit denen diese Genabschnitte in neuen Zellen gezielt herausgeschnitten werden können. Das klappt im Labor bisher ganz gut und muss jetzt an Menschen untersucht werden. Ein anderes Verfahren, das vorgestellt wurde, war die gezielte Abschaltung des Virus mit dem Ziel, die Vermehrung zu verhindern. Der Ansatz ermöglicht damit zwar theoretisch eine Heilung, aber insgesamt ist noch viel Forschungsarbeit nötig, bis aus diesen Möglichkeiten vielleicht echte Therapien werden.

 

Wie erfolgreich sind die Impfprojekte?

Es gibt verschiedene Impfkampagnen, die jedoch bislang leider nicht sehr effektiv waren. Interessanterweise konnten inzwischen neben schützenden (also prophylaktischen) Impfstoffen auch therapeutisch hochwirksame Antikörper identifiziert und bereits erfolgreich in HIV-Patienten angewendet werden.

Auch in Deutschland infizieren sich jedes Jahr noch etwa 3000 Personen neu mit HIV. Und viele, heißt es, wissen gar nicht von der Erkrankung. Wie kann das sein? 

Nun, wenn Menschen nicht von ihrer Erkrankung wissen, ist es schwierig, genau zu ermitteln, wie viele unentdeckt infiziert sind. Wir nutzen hierzu mathematische Modelle. Während sich manche ihres Risikos nicht bewusst sind, haben andere Menschen sehr konkrete Angst vor einem HIV-Test. Seit dem vergangenen Jahr hat es einen gravierenden Wechsel in der Therapie von HIV-Infizierten gegeben. Früher wurde aufgrund der schlechten Verträglichkeit der Medikamente so lange wie möglich mit der Behandlung gewartet, heute fängt man sofort nach der Diagnose mit einer antiretroviralen HIV-Therapie an. Große internationale Studien haben eindeutig gezeigt, dass jede Therapie vor Krankheit und sogar vor Tod schützt. Ich kann heute zu meinen Patienten sagen: „Wenn wir die Therapie erfolgreich begonnen haben, ändert sich für Sie nichts. Ihr normales Leben kann weitergehen.“ Die Medikamente sind sehr gut verträglich, unsere Patienten haben eine ganz normale Lebenserwartung. Und der wunderbare Nebeneffekt: Dadurch dass die Virenlast unter die Nachweisgrenze gesenkt wird, sind diese Menschen nicht mehr ansteckend. Wir sehen schon jetzt in vielen Ländern, wo die Therapieempfehlungen umgesetzt werden, einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionen. Wir sagen: Treatment as prevention (TASP) – also Behandlung auch als Prävention.

 

Braucht es dann diese neue Pille (PrEP) zum Schutz vor HIV gar nicht?

Bis vor Kurzem wussten wir nicht, dass der Einsatz antiretroviraler HIV-Medikamente in gesunden Menschen mit Infektionsrisiko als Präexpositionsprophylaxe (PrEP) überhaupt erfolgreich und hochwirksam vor einer HIV-Infektion schützt. Bei korrektem Einsatz der PrEP bieten aktuelle Konzepte schon einen bis zu 99-prozentigen Schutz vor einer HIV-Infektion. In den USA, Frankreich und England wird das Konzept durch Einnahme einer Tablette seit zwei bis drei Jahren sehr erfolgreich eingesetzt. Damit können Menschen mit einem erhöhten HIV-Infektionsrisiko und die Partner von HIV-infizierten Menschen zukünftig in Kombination mit anderen Präventionsmethoden wie Kondomen und Nadelaustauschprogrammen für Drogengebraucher, noch besser geschützt werden. Leider fehlt uns hierzu in Deutschland noch die Arzneimittelzulassung, und die Kosten von über 800 Euro im Monat stellen ein großes Problem für uns dar.

 

Leben mit dem HI-Virus. Gibt es besondere Risiken? 

Da unsere Patienten mit der neuen Therapie inzwischen eine normale Lebenserwartung haben, stehen wir vor neuen Herausforderungen. Wir sehen beispielsweise einen Anstieg von Krebserkrankungen, und der ist höher als bei Nichtinfizierten. Es hat wahrscheinlich damit zu tun, dass das HI-Virus das Immunsystem daueraktiviert, und dadurch kommt es zu neuen Erkrankungen. Es gibt bestimmte Krebsarten, wie den Gebärmutterhalskrebs, die sich häufen. Unsere Patienten rauchen häufiger, wir müssen stärker auf Lungenkrebs achten. In einer deutschen Studie wurde festgestellt, dass eine bestimmt Art von Blutkrebs zunimmt. Wir raten unseren Patienten die Vorsorgeuntersuchungen der Krankenkassen regelmäßig wahrzunehmen. Dem Thema Aids und Krebs widmen wir auch einige Vorträge auf unserem Kongress. Denn es gibt in manchen Fällen besondere therapeutische Ansätze, und daher ist es wichtig, dass Ärzte über diese für sie neue Patientengruppe informiert werden. 

 

Quelle:http://www.tz.de/leben/gesundheit/hiv-infiziert-aber-nicht-krank-interview-6167072.html


Erstmals gibt es Hoffnung auf Heilung

Eine HIV-Infektion lässt sich behandeln, aber bislang nicht heilen. Deutsche Forscher haben jetzt eine Methode entwickelt, die dies ermöglichen könnte. Tests mit HIV-Patienten stehen aber noch aus. 

 

Wenn sich das HI-Virus einmal im menschlichen Körper eingenistet hat, wird man es nicht wieder los. Das Problem ist, dass der Erreger seine eigene Erbgut-Information ins Genom menschlicher Zellen einbauen kann. Es befällt bestimmte, im Blut kreisende Immunzellen. Als Teil des Erbguts ist es vor Angriffen gut geschützt. Die HIV-Medikamente können dafür sorgen, dass sich die Viren kaum noch vermehren. Aber an die sogenannten Proviren in der menschlichen DNA kommen sie nicht heran.

Deutsche Wissenschaftler haben nun eine Methode entwickelt, welche die Proviren direkt angreift: Mit einer Art Schere schneiden sie diese gezielt aus dem Erbgut heraus, berichtet das Team um Frank Buchholz von der TU Dresden und Joachim Hauber vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg im Fachblatt "Nature Biotechnology". Nach dem Herausschneiden wird das Provirus von der Zelle abgebaut.

Der Ansatz könne die HIV-Therapie grundlegend ändern, sagt Hauber. Er stelle erstmals eine Heilung in Aussicht. Auf Basis ihrer Experimente mit Zellen und Mäusen können die Forscher jetzt eine erste Studie mit HIV-Patienten angehen, in der die Gentherapie getestet wird.

Wie funktioniert die Methode?

Die Wissenschaftler haben in einem aufwendigen Prozess ein Enzym verändert, das spezifisch bestimmte Erbgut-Abschnitte erkennt, dort ein Stück DNA herausschneidet und die Enden wieder zusammenfügt. Diesen Typ Enzym nennen Forscher Rekombinase. Ziel war es, eine DNA-Schere zu entwickeln, die einen möglichst großen Anteil der sehr wandelbaren HI-Viren erkennt und die gleichzeitig keine anderen Abschnitte im menschlichen Erbgut angreift - also andernorts keinen Schaden anrichtet.

Nach Aussage der Forscher erkennt ihre Rekombinase Brec 1 mehr als 90 Prozent der bekannten HIV-Varianten. Sie springt dabei auf beide Enden des Provirus an, sodass sie diesen vollständig entfernt. Von den 37 Millionen HIV-Infizierten weltweit haben nach Schätzung der Wissenschaftler mindestens 28 Millionen Proviren, die der Rekombinase gegenüber anfällig sind.

Wie kommt die Schere in die richtigen Zellen?

Die Idee ist, HIV-Infizierten einen Teil jener Stammzellen zu entnehmen, von denen alle im Blut zirkulierenden Zellen abstammen - auch die Immunzellen, in denen HIV überdauert. In das Erbgut der Stammzellen wird im Labor das Gen eingeschleust, das den Bauplan für die DNA-Schere enthält. Ein Kniff dabei: Diese Blaupause wird nur abgelesen, also die Schere nur dann produziert, wenn sich in der Zelle HI-Viren befinden. Dafür sorgt ein integrierter Schalter.

Anschließend werden dem Patienten seine im Labor veränderten Zellen wieder gespritzt. Aus ihnen entstehende Immunzellen können HIV bekämpfen. Denn sobald Viren in die Zelle eindringen, wird die Schere aktiv und sucht das Erbgut nach Proviren ab, um diese zu eliminieren. Das Immunsystem, das infolge einer HIV-Infektion nach und nach zugrunde geht, könnte so wieder gesunden und erstarken.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Die Rekombinase schneidet sehr spezifisch Proviren heraus, sodass die Forscher hier praktisch keine Nebenwirkungen befürchten. Problematisch könnte es werden, wenn sich zwei HI-Proviren nah beieinander im Erbgut eingenistet haben. Dann ist denkbar, dass sie in einem Zug diese beiden - und das dazwischen befindliche menschliche Erbgut - heraustrennt. Das ist aus mehreren Gründen aber recht unwahrscheinlich, schreiben die Wissenschaftler. Zudem könne die Zelle den Verlust eines Gens kompensieren, da Menschen ja über einen doppelten Chromosomensatz verfügen, weshalb ihre Gene doppelt vorliegen.

Frühe Gentherapie-Versuche endeten dramatisch: Behandelte Kinder mit einer schweren Erbkrankheit entwickelten Blutkrebs. Die damals verwendeten Genfähren konnten nahe gelegene Krebs-Förderer im Erbgut aktivieren. Die heute genutzten Genfähren sind anders aufgebaut, sodass dieses Risiko nicht mehr besteht.

Wie geht es weiter?

Die Forscher aus Hamburg und Dresden planen eine erste Studie mit HIV-Patienten. Genehmigt sei diese schon, allerdings sei man noch im Gespräch mit Investoren, sagt Wissenschaftler Hauber. Etwa 15 Millionen Euro wird die Pilotstudie mit zehn Patienten kosten, sagt er. Allein das Herstellen einer Genfähre, die in menschliche Zellen eingeschleust werden darf, koste vier bis fünf Millionen. Den Arbeitsschritt muss ein spezialisiertes Labor übernehmen, in Hamburg und Dresden kann dies nicht passieren.

Ob sich die Methode tatsächlich beim Menschen bewährt, muss sich nun zeigen - bis eine definitive Antwort fällt, vergehen voraussichtlich Jahre. Falls die DNA-Schere nicht nur in Zellkulturen und Mäusen die gewünschte Arbeit leistet, wäre es ein riesiger Schritt: die erste Möglichkeit, Menschen von einer HIV-Infektion zu heilen.

 

 

Quelle: http://www.t-online.de/lifestyle/gesundheit/id_77056982/neue-aids-therapie-schuert-hoffnung-auf-heilung.html


In den USA werden erstmals Organe zwischen HIV-Infizierten verpflanzt

In den USA hat ein Team von Chirurgen und Wissenschaftlern grünes Licht für die Durchführung eines bahnbrechenden Verfahrens bekommen: Sie werden eine Organtransplantation zwischen einem HIV-positiven Spender und einem ebenfalls HIV-positiven Patienten vornehmen.

Wie unter anderem die New York Times berichtet, wird die erste Nieren- und Lebertransplantation zwischen Menschen mit HIV auf amerikanischem Boden von einem Team der Johns Hopkins University durchgeführt. Sollten sie Erfolg haben, könnten andere Mediziner ihrem Beispiel folgen. Laut Berechnungen der Wissenschaftler könnten Organspenden von Menschen mit HIV mehr als 1.000 Menschenleben pro Jahr retten. Dr. Dorry Segev, ein Professor an der Johns Hopkins University, gab an, dass jährlich etwa 500 bis 600 potenzielle Organspender nicht berücksichtigt werden, weil sie mit dem Humane Immundefizienz-Virus infiziert sind. Bei ebenfalls positiven Empfängern stellt dies allerdings kein erhöhtes Risiko dar.

In einem Interview sagte Segev: „Das [die Operation] wäre der größte Fortschritt auf dem Gebiet der Organtransplantation der vergangenen Dekade.“ Medizinischen Einrichtungen der USA war es seit 1988 verboten, derartige Operationen durchzuführen. Erst der von Präsident Obama unterzeichnete H.I.V. Organ Policy Equity Act setzte diese Regelung 2013 außer Kraft. Nachdem das United Network for Organ Sharing die offizielle Erlaubnis für eine Organtransplantation zwischen Menschen mit HIV ausgesprochen hatte, waren an der Johns Hopkins die Vorbereitungen dafür angelaufen. HIV-positive Patienten können nun auch Organspenden von Menschen ohne HIV erhalten.

 

HIV wird auch als „Menschliches Immunschwäche-Virus“ oder „Menschliches Immundefekt-Virus“ bezeichnet und führt, wenn man die Infektion nicht behandelt, nach einer Latenzphase meist zu AIDS. Übertragen wird HIV durch Körperflüssigkeiten wie Blut, weshalb Menschen mit HIV vielerorts bislang nicht für eine Organspende infrage kamen. 

 

Quelle: https://www.wired.de/collection/latest/menschen-mit-hiv-kommen-den-usa-fuer-organspenden-betracht


HIV-Prophylaxe: Zulassung beantragt – jetzt Zugang ermöglichen!

Deutsche AIDS-Hilfe: PrEP wäre sinnvolle Ergänzung der erfolgreichen HIV-Prävention in Deutschland
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Diese Pille kann HIV-Infektionen verhindern.

Die Pharma-Firma Gilead hat bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung des HIV-Medikaments Truvada zur vorbeugenden Einnahme beantragt. Diese Form der Anwendung ist bekannt als Prä-Expositions-Prophylaxe ( "Vor-Risiko-Vorsorge"), kurz: PrEP. Die Deutsche AIDS-Hilfe rechnet mit einer Zulassung noch in diesem Jahr.

Dazu erklärt Winfried Holz vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe:

"Jetzt geht es darum, dass die PrEP nicht nur zugelassen, sondern auch verfügbar gemacht wird. Menschen, denen die PrEP helfen kann, HIV-negativzu bleiben, müssen auch Zugang zu dem bislang sehr teuren Mittel bekommen. Auf welchem Wege, gilt es gemeinsam mit allen Beteiligten auszuloten. Dazu gehören der Hersteller, die zuständigen Fachgesellschaften aus Medizin und Prävention, die Krankenkassen sowie die Politik."

Bei der Prophylaxe verhindert das HIV-Medikament Truvada, dass sich das Virus im Körper einnisten kann. Aktuellen Studien zufolge funktioniert diese Präventionsmethode zuverlässig bei einer relativ kleinen Gruppe schwuler Männer, die ein besonders hohes HIV-Risiko haben (zum Beispiel weil es ihnen schwerfällt, sich mit Kondomen zu schützen). Die vorbeugende Einnahme von Truvada kann also nachweislich HIV-Infektionen verhüten.

"Die PrEP ist eine sinnvolle Ergänzung der erfolgreichen HIV-Prävention in Deutschland", sagt DAH-Vorstand Winfried Holz. "Das Kondom bleibt die einfachste Möglichkeit, sich vor HIV zu schützen. Die PrEP kann jedoch helfen, noch mehr HIV-Infektionen zu verhindern als bisher."

 

Quelle: Weiteren Informationen auf aidshilfe.de