Mittwoch, 16.05.2007

Vatertag oder "Die Lizenz zum Saufen"

Es ist wieder soweit – Vatertag. Die staatlich und christlich per Feiertag geförderte Lizenz zum Saufen. Alljährlich erzielen Getränkemärkte Spitzenumsätze vorm Männertag. Ähnlich denen der Blumenläden vor Valentins- oder Muttertag. Schauen wie uns doch mal die Unterschiede an. Denn so gleichberechtigt, diese beiden Ehrentage auch scheinen mögen, so viele versteckte Unterschiede gibt es.

Sobald die Flüssignahrung vernichtet ist, lässt sich der ermüdete Mann nieder.
Quelle: pixelio.de

Nehmen wir zunächst mal die Wochentage. Muttertag ist immer Sonntags. Eigentlich ja auch ein freier Tag, aber eben schon von Hause aus jede Woche. Vatertag hingegen ist mitten in der Woche und bringt einen zusätzlichen freien Tag. Sogar zwei, wenn man am Freitag wegen Besäufnisnachwehen krank feiern kann.

Nun wird der ein oder andere einwerfen, dass der Feiertag ja eigentlich Christi Himmelfahrt heißt und somit einen religiösen Hintergrund hat. Aber mal ehrlich, wen interessiert denn wohin Christi gefahren ist?


Warum heißt Vatertag Vatertag?

Womit wir beim nächsten Punkt wären – die Bezeichnung. Muttertag heißt Muttertag, weil man sich auf die eine oder andere Weise bei Mutti bedanken will. Na und Vatertag heißt Vatertag weil man sich bei den Vätern bedanken will? Macht doch aber so gut wie keiner. Mütter sind wichtiger und sacken mehr Geschenke ein.

Vatertag scheint sich aber nicht so recht durchzusetzen. Männertag hingegen schon. Denn nicht nur Väter feiern diesen Tag, sondern sämtliche Menschen mit männlichen Geschlechtsmerkmalen. Ich vermeide den Begriff "Männer" hier absichtlich, da nicht jeder Feierwütige diese Bezeichnung auch verdient.

Beim Entblößen gibt es keine Hemmungen - ob er den Wurm zum Angeln sucht?
Quelle: pixelio.de

Oben ohne am Männertag

Womit wir auch schon beim Niveau der Veranstaltungen angekommen wären. Die Mutter auf der einen Seite wird verwöhnt – Frühstück ans Bett oder mindestens mal ein bereits gedeckter Frühstückstisch, vielleicht ein schickes Mittag- oder Abendessen und ein mehr oder minder einfallsreiches Geschenk.

Bei den Herren dagegen werden sämtliche zum Transport von alkoholischer Flüssignahrung geeigneten Gefährte üppig mit ebensolcher bestückt. Anschließend zieht man – zunächst noch minder, später aber schwer – alkoholisiert und laut gröhlend im Rudel über die Landstraßen. Je nach Wetterlage oder innerem Feuer sind hierbei allerhand nackte Oberkörper jedweder Altersklasse zu bestaunen.

Bisher hat am Muttertag noch nie eine Horde betrunkener Muttis meinen Weg gekreuzt – schon gar nicht mit oben ohne. Ich persönlich ziehe das auch vor. Bei den Herren übrigens auch.

Aushilfsgeschenk, wenn einem gar nichts mehr einfällt: Socken und Krawatten.
Quelle: pixelio.de

Steak im Geschenkpapier

Ein weiterer Punkt sind die Geschenke. Vorm Muttertag zerbrechen sich Millionen von Kindern den Kopf, wie sie sich der Mutti erkenntlich zeigen können fürs Windeln wechseln und Genörgel anhören. Am Ende bleibt es meist jedoch bei Blumen und Pralinen. Väter haben hier oft gänzlich das Nachsehen. Denn Männer wissen allgemein mit Blumen nicht so recht was anzufangen. Somit fallen schon 25% der Geschenkideen weg. Pralinen sind bei echten Kerlen auch nicht so der Renner. Präferiert wird hier wie schon erwähnt die Flüssignahrung. Maximal ein Steak käme als Alternative in Frage. Steak in Geschenkpapier sieht aber schon irgendwie albern aus. Es bleiben also nur noch die Aushilfsgeschenke Krawatte und Socken über. Vorausgesetzt die Herren kriegen überhaupt was. Ansonsten bleibt nur eines: auf den nächsten Schnitzel- und Blowjobtag warten.

Nichtsdestotrotz wünsche ich den Vätern, Männern und all jenen die sich dazu zählen viel Vergnügen und einen kopfschmerzfreien Freitag.

Autor: Sanne1978 32