Samstag, 10.10.2009

Couch Surfing und mehr in Jordanien

Jordanien ist für seine Gastfreundschaft bekannt – und was ist gastfreundlicher als fremde Menschen zu sich nach Hause einzuladen und auf dem eigenen Sofa schlafen zu lassen. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis die Jordanier das "Couch Surfing“ für sich entdecken.

Quelle: FVA Jordanien

Wer "Couch Surfing“ betreibt, meldet sich bei wildfremden Leuten (zumeist im Ausland) zu einer kostenlosen Übernachtung an – im Gegenzug muss er aber auch bereit sein, im eigenen Heim Gäste aufzunehmen. Die Abstimmung erfolgt über die Internetseite www.couchsurfing.org. Hochburgen des "Couch Surfings“ sind meist große Städte. In Jordanien findet sich für Abenteuerlustige sogar ein Bett in spektakulärer Umgebung: Unter dem Sternenhimmel von Little Petra, nahe der alt-ehrwürdigen Nabatäerstadt, freut sich der 29-jährige Beduine Talal Hamad Ammarin auf Besuch aus aller Welt.


Geheimtipp: Omayaden Palast Qasr Al Qastal

Etwa 25 Kilometer südlich von Amman in der Nähe des Wüstenschlosses Qasr el Mushatta, dessen verzierte Fassade im Berliner Pergamonmuseum zu bewundern ist, liegen die Ruinen des Qasr Al-Qastal. Ein Besuch des Schlosses ist deshalb lohnenswert, weil es als eine der am besten erhaltenen Anlagen aus der Omayadenzeit im Nahen Osten gilt. Das Minarett ist hier besonders erwähnenswert. Zudem befinden sich hier eine Reihe von Mosaiken, die nicht-byzantinisch-christlichen Ursprungs sind. Der Omayaden-Palast Al-Qastal ist auf der Approbationsliste der UNESCO.

Qasr Shabib in Zarqa: Renovierung eines Refugiums

Mitten im geschäftigen Zarqa nord-östlich von Amman würde man die alten Mauern des alten Forts Qasr Shabib gar nicht vermuten, obwohl das gegenüberliegende Qasr Shabib Hospital genau den gleichen Namen trägt. Entstanden zu Zeit der Mamluken diente es vor allem Pilgern auf der Hajj (Pilgerfahrt nach Mekka) von Damaskus kommend als Unterkunft. Das jordanische Kultusministerium hat die steinernen Mauern wieder aufgebaut und schließt gerade letzte Renovierungsarbeiten ab. Dann ist das Qasr Shabib wieder Refugium – aber dieses Mal vor der Hektik der modernen Welt.


Ausgrabungen in Abila, Stadt der römische Decapolis

Wer selbst einmal die Spannung einer Ausgrabung kennen lernen will, kann dies in Abila, etwa 20 Kilometer nördlich von Irbid nahe der syrischen Grenze, tun. Ein Ausgrabungsteam der John Brown University in Arizona bietet interessierten Studenten die Möglichkeit unter der Leitung des Direktors Dr. David Vila tief in die römische Historie einzutauchen. Die Stadt Abila gilt als eine der römischen Dekapolis Städte und wurde 1806 vom Deutschen Ulrich Seetzen wiederentdeckt. Die Stadt lag an einer strategischen Route des Nabatäerreichs nach Damaskus, hatte eine hervorragende Wasserversorgung und fruchtbares weitläufiges Ackerland.

Autor: Ulrike 46

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