Ein spannendes Ausstellungsprojekt findet im September im Kunsthaus
Tacheles Berlin statt. Die international angelegte Gruppenausstellung
THIS WORLD IS NOT MY HOME präsentiert vierzehn innovative junge
Künstler aus unterschiedlichen Nationen, die eingeladen wurden, eigens
für das Ausstellungsprojekt Arbeiten zu schaffen.

"This world is not my home"
Quelle: Kunsthaus Tacheles
Was bedeutet eigentlich Heimat?
THIS WORLD IS NOT MY HOME – auf den ersten Blick erscheint der an ein
Gospelzitat angelehnte Ausstellungstitel widersprüchlich. "Das ist
meine Welt! Hier lebe ich, hier bin ich zu Hause" – diese Redewendung
wird häufig verwendet. "Welt" und "Heimat/Zuhause" scheinen das gleiche
zu bedeuten. Nimmt man die oft gewohnheitsmäßig dahingesagte Floskel
jedoch beim Wort, erweist sie sich jedoch als nicht mehr allzu
eindeutig. Was bedeutet Heimat? Wo ist Heimat? Der Geburtsort oder der
Ort, wo man aufgewachsen ist? Die eigenen vier Wände, die Stadt
und/oder das Land, in dem man lebt? Definiert sich Heimat allein aus
geografischen Faktoren oder spielen nicht auch geistige, soziale und
zeitliche Aspekte eine Rolle? Was, wenn diese Welt nicht meine Heimat
ist, sein darf, sein soll?
Lieber Fragen aufwerfen, als Antworten finden...
Diesen Fragen widmet sich die Gruppenausstellung THIS WORLD IS NOT MY
HOME, die von den jungen Ausstellungsmachern Bonaventure Soh Bejeng
Ndikung und Simone Kraft kuratiert wird. Die eingeladenen Künstler
haben sich dem Thema in einer sehr persönlichen Herangehensweise angenähert. Ziel war es nicht, Antworten zu finden, sondern Fragen
aufzuwerfen. Entstanden sind vielfältige Annäherungen an das Sujet mit
den zahlreichen Möglichkeiten und Medien, die die Kunst zu bieten hat.
Viele Arbeiten sind dabei im Rahmen dieser Gruppenausstellung zum
ersten Mal zu sehen. So hinterfragt etwa Alexandre Chongwa-Bede (CAM) in seiner Performance "Scrub" die Identifikation über die Hautfarbe, während Julian
Ronnefeldt (GER) in einer Multimedia-Installation die nach wie vor
stark vertretene Kinderarbeit in der Bekleidungsindustrie thematisiert.
Der Wunsch nach einem Zuhause...
Alexander Steffens (EN), Friedrich Fröhlich (GER) und Luisa Catucci
LaPupazza (IT) begeben sich auf fotografischem Wege auf die Suche nach
der "Heimat", während Anna Krenz (POL), Joris Vanpoucke (BEL) und
Bonaventure S. B. Ndikung (CAM) sich über die Malerei dem Wunsch nach
einem Zuhause und seiner Auswirkungen annähern. Weitere Positionen bieten Alpen Butter/SP (Musik / Exhibition
Soundtrack), Joachim Cols /BEL (Illustration), Elke Graalfs /GER
(Malerei), Stephanie Mai /GER (Malerei), Bettina Tita/ROM (Video),
Lenka Vitkova /CZ (Installation).
Das Ausstellungsprojekt wird von einem grafisch hochwertigen Katalog in
begrenzter Auflage begleitet, der von den teilnehmenden Künstlern
signiert wird. Der Katalog wird während der Ausstellungszeit vor Ort
erhältlich sein.