Sonntag, 17.02.2008

So sieht die schönste Frau des Universums aus!

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Das ist seit Anfang Februar kein Geheimnis mehr. Die Schönste in Deutschland heißt Kim-Valerie Voigt, ist 18 Jahre alt und geht aufs Gymnasium. Nun gibt es aber viele schöne Frauen im Land und weil man mit denen bekanntlich viel Geld machen kann, hat man auch viele Spiegel aufgehängt und wählt neben „Miss Germany“ noch so manch andere „Miss“. Wenn dann vor lauter „Missen“ keiner mehr den Durchblick hat, greift man nach den Sternen, nach der Schönsten der Schönen und macht sie zur deutschen „Miss Universum“.

"Miss Universum" Madina Taher (r.), neben der Zweiten, Larissa Krumhoff (l.)
Quelle: dpa

Ein Konzertsaal, viele Scheinwerfer, ein Laufsteg als Hindernisparcours, laute Musik und wenig Publikum: 100 junge Frauen aus der ganzen Republik hofften am Samstagabend auf den Titel deutsche „Miss Universum". Im Abendkleid und im Bikini liefen sie über den Laufsteg, gaben kurze Interviews und träumten von einer Karriere als Model.

Nach sechs Stunden stand die Siegerin im niedersächsischen Bad Pyrmont endlich fest: Madina Taher aus Elmshorn bei Hamburg darf als deutsche Kandidatin zum „Miss Universum"- Weltfinale im Juni nach Asien reisen. Die 21 Jahre alte Grafikdesign- Studentin kann es kaum glauben: „Ich habe mich so gefreut auf die Wahl, und das habe ich wohl auch ausgestrahlt."


Das wird gedrängelt, gezupft und toupiert

In dem Umkleideraum hinter der Bühne ist es eng. Die Kandidatinnen drängeln sich vor den Spiegeln, zupfen ihre toupierten und geföhnten Haare zurecht, legen noch einmal Lippenstift auf. Die Luft steht, das Licht ist grell und es riecht nach Haarspray: „Ich geh in den Flur, hier krieg ich keine Luft mehr", sagt eine der jungen Frauen und verschwindet aus dem Getümmel. Es ist hektisch, der erste Auftritt steht kurz bevor. „Vorsicht, nicht auf die Kleider von den Mädels treten", warnt eine Teilnehmerin ihre Mitstreiterinnen. In einem Karton liegen die kleinen silberfarbenen Kronen für die Missen. „Jede muss eine aufsetzen", ruft eine Organisatorin.

Madina Tahe, deutsche Kandidatin für das "Miss Universum"-Weltfinale.
Quelle: dpa

Dann geht es raus auf die Bühne - alle 100 Teilnehmerinnen stehen dicht an dicht im Scheinwerferlicht. Der Organisator, „Germany's Miss Universe" aus Berlin, ist einer von mehreren konkurrierenden Misswahlen-Veranstaltern in Deutschland. Je 20 Frauen in fünf Durchgängen laufen über den Catwalk - erst in Abendgarderobe, dann im Bikini. Allerdings entpuppt sich er Laufsteg als kleiner Hindernisparcours: Plötzlich gilt es eine kleine Treppe herunter zu tippeln, einen Gang zu durchqueren und dann wieder eine Treppe herauf zu gehen. Durch den Gang flitzen Kellner, Gäste tragen ihr Abendessen zu den Tischen.


"Miss Emden" würde gerne eine berühmte Sängerin werden

Später beantworten die 30 Schönsten noch Fragen. So erfahren die Zuschauer, dass „Miss Neuss" Schokolade auf eine einsame Insel mitnehmen würde, „Miss Bremen" am liebsten tanzt und Freunde trifft, „Miss Frankfurt am Main" kein Idol braucht und ihren eigenen Stil hat und „Miss Emden" gerne eine berühmte Sängerin werden möchte.

Dem Publikum - zumeist Eltern und Freunde der Mädchen - wird an diesem Abend einiges abverlangt: Geduld und nochmals Geduld, denn bei der Bekanntgabe der Siegerin ist es weit nach Mitternacht. Auch die beiden Moderatorinnen strapazieren die Nerven mit unverständlichen Dialogen zusätzlich. Zur Jury gehören unter anderem Schauspieler Shai Hoffmann („Verbotene Liebe") und Larry Ferguson von Hot Chocolate.

Nach der Bekanntgabe der Siegerin fließen auch bei den Müttern Tränen - der Freude und der Enttäuschung. Die Schönste, Madina Taher, gewinnt neben der Teilnahme an dem Weltfinale eine individuell gestaltete Internetseite. Nun hofft sie auf den Titel der internationalen „Miss Universum".



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