Kapitel V
"Du spielst Bass? Du? Kannst du den überhaupt hochheben?"
Jonathan war Ember vom ersten Moment an unsympathisch gewesen. In Amerika wäre er ein Footballspieler geworden, dachte sie sich. Hier war er einfach einer von den vielen verzogenen, verblendeten Drecksbengeln, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun hatten, als ihren sozialen Status zu polieren, wie eine hart erkämpfte Trophäe.
Sie drehte ihre Zigarette behutsam fertig, legte sie auf den Tisch, neben die Stifte und blickte Jonathan in die Augen.
"Ich kann dir ja mal die Fresse polieren, dann siehst du wie kräftig ich bin."
Ihr Tonfall war gelassen, fast etwas gelangweilt. Hätte Jonathan sie besser gekannt, dann hätte er sich jetzt verzogen.
"Ohooo, das niedliche kleine Mädchen wird aufmüpfig. Tu dir nicht weh, Kleine."
Ember blies Luft durch die Zähne. Du willst es so, dachte sie sich.
Sie stand von dem Holzstuhl auf, und stützte sich - scheinbar - auf die Lehne. Die andere Hand in die Hüfte gestemmt.
Dann, schneller als Jonathan je hätte reagieren können, hob sie den Stuhl ruckartig an der Lehne hoch, so das er mehr oder weniger in die Luft hüpfte. Kurz vor dem höchsten Punkt festigte sich ihr Griff um die Lehne und sie zog den Stuhl mit all ihrer eigenen und unterstützt von der Schwerkraft nieder auf Jonathans Kopf.
Der Junge brach sofort zusammen und landete mit einem ekelhaften Geräusch, von seiner Nase kommend, auf dem Fußboden des Klassenzimmers. Eine Blutlache sammelte sich unter seinem Gesicht. Ember lächelte glücklich.
Sie war schon unzählige male in diesem Büro gesessen. Einige male auch mit ihren Eltern. Doch das war seltener geworden. Sie waren meistens ein paar tausend Kilometer weit weg - auf tropischen Inseln, oder bei der Einweihung einer neuen Pipeline. Jedenfalls waren sie meistens unerreichbar. Schon gar nicht für die Schule.
Ember sah sich um und stellte fest, dass der neue Schulleiter sich noch nicht sehr häuslich gemacht hatte. Er war erst seit dieser Woche im Amt. Sein Vorgänger war wegen Ember entlassen worden. Sie hatte einen kleinen Skandal aufgedeckt. Bei der Erinnerung daran musste sie wieder lächeln.
Der neue Rektor betrat das Zimmer aus dem Nebenraum. Der Nebenraum war das Büro der Sekretärin. Welche nicht neu war. Man hatte sie von allen Anschuldigungen freigesprochen und so hatte sie ihren Job behalten können. Embers Lächeln verging. Sie würde auch noch dran glauben, soviel versprach sich Ember.
Der neue Rektor, Herr L. Bodekamp, wenn man seinem Schild glaubte, schlenderte etwas müde durch den Raum und setzte sich auf seinen Chefsessel, Ember gegenüber.
Er musterte sie für einige Sekunden mit etwas, das er selbst wohl für Eindringlichkeit hielt. Dann begann er:
"Ember... Was machst du hier eigentlich?"
Kapitel IV
"Ember... Was machst du hier eigentlich?"
"Ich sitze auf diesem scheiß unbequemen Stuhl und warte darauf, dass Sie mir erzählen, was ich jetzt schon wieder verbrochen haben soll."
"Du weißt ganz genau, weswegen du hier bist. Ember, keine Spielchen. Bitte. Ich bin nicht Horowitz. Der Mann wurde aus gutem Grund entlassen. Und ich wurde aus gutem Grund sein Nachfolger."
"Was Sie nicht sagen..."
"War nicht mal ausgebildeter Pädagoge, sondern ein Verbeamteter aus der Industrie."
"Was Sie nicht... sagen. Vielleicht gehts mit dieser Institution mal etwas aufwärts."
"Ja. Ich versuche mein Bestes, dazu beizutragen. Zurück zum Thema. Du hast einen älteren Mitschüler mit einem Stuhl krankenhausreif geschlagen. Dir droht mindestens ein mehrwöchiger Verweis. Normalerweise. Doch ich möchte dir einen Vorschlag machen..."
Etwas glomm in seinen Augen auf, etwas das Ember nur zu gut von erwachsenen Männern kannte. Mit einem unauffälligen Griff vergewisserte sie sich, dass ihr Messer in der Tasche steckte.
Die Tür flog laut krachend auf. Ein junger Mann mit einer beeindruckend afro-artigen Mähne aus strohigem Haar, einem frechen Gesichtsausdruck und einer Katana in der Hand stand im Rahmen.
"Was...? Wer sind Sie denn?!", brüllte der Rektor verblüfft und aufgebracht.
Das singen einer Klinge. Der Rektor gurgelte Blut und sackte zu Boden. Dann bemerkte Mugen das kleine Mädchen.
Sie war schätzungsweise 12 Jahre alt, hatte mittellanges blondes Haar, auffallend hübsche Gesichtszüge und schon recht stark ausgebildete Brüste. Auch der Rest des jungen Körpers sah bereits recht fraulich aus. Schlank, doch mit kurvigen Hüften, Fleisch an den richtigen Stellen.
Sofort kamen Mugen Vergewaltigungsfantasien. Er schob sie zur Seite und fragte:
"Wie heißt du?"
Ohne Verblüffung, ohne Angst, ohne den kleinsten Moment des Zögerns antwortete das Mädchen ihm:
"Ember. Ember Blackwell. Und du?"
"Mugen."
"Unendlichkeit..."
"Du verstehst japanisch?"
"Nicht wirklich. Meine Kenntnisse stammen größtenteils aus Animes..."
Ember musste lachen. Mugen schmunzelte.
Er fand dieses Mädchen sympathisch. Er würde sie nicht töten, wie die anderen Schüler.
To be continued in part chapter V
Coming soon
Gott sei Dank!
I can see the past, the present and even the future when I'm sleeping.
Take care, all you snakes, I'm coming to eat you alive.
Gottesanbeterin (Insekt)
Allgemeine Bedeutung:
Ein Teil von dir, der es für an der Zeit hält, mit dem Schöpfer in Verbindung zu treten. Assoziation: - Transzendente Bedeutung: Eine Offenbarung darüber, was die Natur des Betens ist. Allgemein:Wie die meisten Insekten symbolisiert auch die Gottesanbeterin im Leben des Träumenden das Hinterhältige und Verschlagene, den betrügerischen Persönlichkeitsanteil, der Probleme schaffen kann, wenn das Geschehen eigentlich zugunsten des Träumenden verläuft. Sie stellt jenen Aspekt der Persönlichkeit dar, der sich nicht mit all den anderen zu einem Ganzen fügen will.
Psychologisch:
Im Traum überträgt der Träumende häufig eine Eigenschaft oder eine Situation, mit der er gerade ringt, auf einen Gegenstand, eine Person oder ein Tier. Wenn im Traum eine Gottesanbeterin eine Rolle spielt, kann es sein, daß im Umfeld des Träumenden Betrügereien im Gange sind.
Spirituell:
Der Träumende sollte die Erscheinung einer Gottesanbeterin sorgfältig beachten, weil sie Hinterhältigkeit verkörpert.